US-Wirtschaft: Warten auf Greenspan - DER SPIEGEL
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US-Wirtschaft Warten auf Greenspan

Die Federal Reserve ist zu ihrem letzten Treffen zusammengekommen. Die Märkte warten gespannt auf die Worte des Notenbankchefs Alan Greenspan.
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Washington - Um 20.15 Uhr MEZ will Alan Greenspan vor die Mikrofone treten und das Ergebnis der Beratungen des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (Fed) bekannt geben. Beobachter erwarten ein Signal für baldige Zinssenkungen - vielleicht schon bei der nächsten Ausschusssitzung Ende Januar. Denn die US-Wirtschaft wächst merklich langsamer, die sagenhaften Wachstumsraten von fünf Prozent sind längst Vergangenheit. Im dritten Quartal 2000 wuchs das Bruttosozialprodukt nur noch um 2,4 Prozent.

Die Verlangsamung ist nicht zuletzt Greenspans Werk, der mit sechs Leitzinserhöhungen seit Mitte 1999 eine "Überhitzung" der Wirtschaft verhindern wollte. Dies ist der Notenbank so gut gelungen, dass Inflation nun kein ernsthaftes Risiko mehr darstellt. Stattdessen wächst die Angst vor einer Rezession. Greenspan hatte in den letzten Wochen bereits darauf hingewiesen, dass die Wirtschaft sich merklich abgekühlt habe. Das erwartete "explicit statement" wäre ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Fed ihre Position zur Zinspolitik fundamental geändert hat: Statt mit Erhöhungen könnten die Märkte in Zukunft mit Zinssenkungen rechnen.

Mehr als ein Jahrzehnt nach der letzten Rezession findet sich die Fed wieder in der Situation, mit niedrigeren Zinsen die Nachfrage der Unternehmen ankurbeln zu müssen. Politiker, allen voran die kommende Bush-Regierung, fordern von Greenspan, dass er die Wirtschaft sanft vom Hyperwachstum auf normales Niveau zurückführt. Ein Statement, das die Inflationsgefahr für gebannt erklärt, wäre der erste Schritt auf dem Weg zur "weichen Landung".