US-Wirtschaft: Zahlen von General Electric bestätigen Rezessionsängste - DER SPIEGEL
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US-Wirtschaft Zahlen von General Electric bestätigen Rezessionsängste

Der US-Mischkonzern General Electric ist mit enttäuschenden Quartalszahlen aufgefallen. Die Negativ-Bilanz schürt die Angst vor einer Rezession in den USA - die Finanzmarktkrise könnte endgültig auf die Gesamtwirtschaft übergegriffen haben.
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Boston - General Electric gilt als Barometer der US-Wirtschaft. Die umfangreiche Palette des Mischkonzerns reicht von Jet- Triebwerken über Schienenfahrzeuge, Medizingeräte und Medien bis zu Finanzen. Der US-Mischkonzern ist in so vielen einzelnen Wirtschaftsbereiche+n aktiv, dass Experten seinen Bilanzzahlen immer besondere Aufmerksamkeit schenken, wenn sie Rückschlüsse auf den Zustand der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung in den USA ziehen wollen.

Wenn die Hochrechnungen noch gelten, dann dürften für die USA schwere Zeiten anbrechen: Denn GE wies am heutigen Freitag überraschend einen Gewinnrückgang von sechs Prozent aus. Schlecht abgeschnitten haben vor allem die Finanz-, die Industrie- und die Gesundheitssparte des Konzerns. Auch für das Gesamtjahr senkte GE seinen Ausblick.

Die außergewöhnlichen Turbulenzen auf den Finanzmärkten im März hätten sich negativ beim Verkauf von Vermögenswerten ausgewirkt und für Wertberichtigungen gesorgt, erklärte GE-Chef Jeff Immelt. "Außerhalb der USA registrieren wir noch keine Abschwächung." Den deutlichsten Rückgang aller Sparten verzeichnete das Finanzgeschäft von GE mit einem Minus von 20 Prozent im Geschäftskunden- und von minus 19 Prozent im Privatkundenbereich. Die Gesundheitssparte verzeichnete ebenso einen Gewinnrückgang um 16 Prozent wie die Industriesparte.

Mehr Gewinne als im Vorjahr verbuchten lediglich der Energie- und Transportbereich sowie die TV- und Filmgruppe NBC Universal. Den Umsatz konnten alle Bereich steigern oder knapp halten - allerdings passte GE teils die Zahlen aus dem Vorjahr nach Verkäufen oder Übernahmen an.

Im Einzelnen wies der Konzern für das erste Quartal vor US-Börseneröffnung einen Nettogewinn von 4,3 Milliarden Dollar aus. Analysten hatten dagegen sogar mit einem Anstieg gerechnet. Der Umsatz wuchs um 7,8 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar, blieb aber ebenfalls hinter den Erwartungen zurück. Für das Gesamtjahr erwartet der nach Marktkapitalisierung zweitgrößte US-Konzern nun nur noch einen Gewinnzuwachs von höchstens fünf Prozent. Bislang war von einem Anstieg um mindestens zehn Prozent ausgegangen worden. Mehr als die Hälfte der Umsätze erwirtschaftet GE im Ausland. Dort stieg der Umsatz (plus 22 Prozent) weit stärker als auf dem Heimatmarkt.

"Dies ist die Bestätigung dafür, dass wir uns in einer Rezession befinden", sagte Jerome Heppelmann, Händler von Liberty Ridge Capital in Berwyn in Pennsylvania zu den GE-Zahlen. Analyst Stephen Surpless von Cantor Fitzgerald in London sagte: "Während wir bei der Kreditkrise dem Ende näher sind als dem Anfang, wirkt sie sich gerade voll auf die Realwirtschaft aus. Dies dürfte sich auch im gesamten Jahr 2008 nicht ändern."

GE-Aktien fielen vorbörslich um bis zu zehn Prozent. Auch die europäischen Börsen drehten nach Bekanntgabe der Zahlen ins Minus.

mik/dpa/Reuters

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