USA Chrysler-Mitarbeiter legen Arbeit nieder
Detroit - Zu hunderten verließen Arbeiter das Werksgelände von Chrysler in Auburn Hills bei Detroit. Ein Streikposten vor Ort sagte: "Nun ist es offiziell, es geht los." In anderen Chrysler-Werken spielten sich ähnliche Szenen ab. Die Gewerkschaft hatte zuvor mit einem Streik gedroht, sollten die Verhandlungen bis 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr MEZ) kein Ergebnis erzielen.
Offizielle Stellungnahmen der UAW-Führung und der Chrysler-Leitung zur aktuellen Situation lagen zunächst nicht vor. Bei den seit Tagen festgefahrenen Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem neuen Chrysler-Eigner, dem Investmentfonds Cerberus Capital, geht es um Lohnerhöhungen und um die Sicherung der Gesundheitsfürsorge für Angestellte und Pensionäre.
Die UAW führte die Verhandlungen mit harter Hand. Sie verdächtigt den neuen Eigner, kurzfristigen Eigeninteressen den Vorrang vor den langfristigen Interessen der Beschäftigten zu geben. Ein Streik der 45.000 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten könnte 61 Chrysler-Stätten in den USA lahmlegen.
Ende vergangenen Monats hatte sich die UAW erst nach einem mehrtägigen Streik mit dem weltgrößten Autobauer General Motors (GM) auf einen vorläufigen Tarifvertrag geeinigt. Er sieht unter anderem die Schaffung eines Gesundheitsfonds für die Versicherung von GM-Pensionären vor, der von der Gewerkschaft verwaltet werden soll.
Chrysler gehört seit kurzem mehrheitlich dem Finanzinvestor Cerberus, der die Firma für 7,4 Milliarden Dollar vom damaligen DaimlerChrysler-Konzern übernommen hatte. Das inzwischen in Daimler umbenannte deutsche Unternehmen hält aber noch fast 20 Prozent an Chrysler.
wal/AFP/Reuters