USA Erstes Haushaltsdefizit seit 1997
Washington - Im Haushaltsjahr 2002, das im September abgelaufen ist, habe sich ein Fehlbetrag von 159 Milliarden Dollar ergeben. Das sagte Mitchell Daniels, der in der Bush-Administration für Haushaltsfragen zuständig ist.
Ursachen der Entwicklung seien unter anderem das verlangsamte Wirtschaftswachstum, die Aktienmarkt-Schwäche und die gestiegenen Militärausgaben nach den Terror-Anschlägen.
Die Opposition nutzte die Zahlen als Wahkampfthema für die Kongresswahlen, die am 5. November anstehen. Richard Gephardt, Fraktionschef der Demokraten im Repräsentantenhaus sprach gegenüber der "Washinton Post" von einem "unglaublichen Richtungswechsel" in der Haushaltspolitik. Seiner Ansicht nach steht den USA wegen der mangelnden Disziplin der Bush-Regierung sogar eine neue Rezession bevor. Die scharfen Töne sind verständlich, denn nach jüngsten Umfragen zählen die aktuellen Wirtschaftsprobleme zu den größten Sorgen der Wähler.
US-Finanzminister Paul O'Neill verteidigte dagegen die Wirtschafts- und Budgetpolitik der Regierung. Die USA befänden sich auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung und der Haushaltsstabilität, so O'Neill.
Das aufgelaufene Defizit ist das höchste seit 1995. Damals verbuchte die Regierung einen Fehlbetrag von 164 Milliarden Dollar. 1997 lag das Defizit bei 22 Milliarden Dollar. Im Jahr 2001 verbuchte die Regierung noch einen Überschuss von 127 Milliarden Dollar, im Jahr zuvor gar einen Rekordüberschuss von 236,9 Milliarden Dollar.