USA: Fed belässt Leitzins unverändert bei 4,25 bis 4,50 Prozent - DER SPIEGEL
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Trotz Forderungen von Präsident Trump US-Notenbank Fed lässt Leitzins unverändert

US-Präsident Donald Trump hatte eine massive Senkung des Leitzins gefordert, aber Fed-Chef Jerome Powell bleibt standhaft. Die Notenbank belässt den Leitzins unverändert in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent.
Fed-Chef Jerome Powell vor Präsident Donald Trump
Fed-Chef Jerome Powell vor Präsident Donald Trump

Fed-Chef Jerome Powell vor Präsident Donald Trump

Foto: Carlos Barria / REUTERS

Die US-Notenbank Federal Reserve hält den Leitzins hoch und lässt den Ruf nach einer Lockerung aus dem Weißen Haus verhallen. Die unabhängigen Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beließen den geldpolitischen Schlüsselsatz am Mittwoch in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent. Allerdings gab es bei dem Zinsentscheid zwei Gegenstimmen: Die Direktoren Christopher Waller und Michelle Bowman votierten für eine Senkung um einen Viertelprozentpunkt. Es war das erste Mal seit Dezember 1993, dass zwei Mitglieder des Direktoriums mit Sitz in Washington einer Entscheidung des geldpolitischen Offenmarktausschusses der US-Notenbank formell widersprachen, wie aus Daten der regionalen Notenbank von St. Louis hervorgeht.

Die US-Zentralbank hat am Leitzins, der zentralen Stellschraube zum Justieren der Kreditkosten, in diesem Jahr noch nicht gedreht – sehr zum Leidwesen von US-Präsident Donald Trump, der massive Senkungen fordert.

Trump braucht niedrige Zinsen für Staatsschulden

Nur wenige Minuten vor dem Entscheid meldete er sich wieder zu Wort und erklärte, die Zinsen sollten sinken. Trump hat dabei auch eine günstigere Verschuldung des Staates im Auge. Er überzieht den Zentralbankchef immer wieder mit Kritik und legte Powell den Rücktritt nahe.

Marktbeobachter gehen frühestens von einer Zinssenkung bei der Sitzung im September aus. Der Leitzins ist für Banken wichtig: Zu diesem Satz können sie sich bei der Zentralbank Geld leihen.

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Trump will einen niedrigeren Leitzins, um die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten anzukurbeln. Zudem fällt es Regierungen bei niedrigem Zins leichter, sich zu verschulden: Laut einer Einschätzung des Haushaltsamtes des US-Kongresses wird sich das Defizit durch Trumps neues Steuergesetz innerhalb der nächsten zehn Jahre um rund 3,3 Billionen US-Dollar (etwa 2,8 Billionen Euro) erhöhen.

Fed-Chef Powell hat klargemacht, dass sich die Notenbank beim Festlegen des geldpolitischen Kurses nur an ihrem Mandat orientiert, und zwar Vollbeschäftigung zu fördern und für stabile Preise zu sorgen. Powell hat zugleich signalisiert, dass die Zentralbank keine Eile mit einer Senkung habe. Zunächst will sie sich ein umfassendes Lagebild über die Folgen der von Trump betriebenen Zollpolitik auf Inflation und Arbeitsmarkt verschaffen.

Donald Trump mit Fed-Chef Jerome Powell

Donald Trump mit Fed-Chef Jerome Powell

Foto: Andrew Caballero-Reynolds / AFP

Unter Trumps Führung haben die USA gegen eine Vielzahl von Ländern Zölle angedroht oder bereits etabliert – mit Folgen für die US-Bevölkerung: Erst am Dienstag hatte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) über teils gestiegene Importpreise in dem Land besorgt gezeigt. Dies deute darauf, dass Unternehmen damit beginnen, höhere Kosten auf ihre Preise umzulegen. Am Ende bedeute dies, dass die Zölle von Importeuren, Einzelhändlern und letztlich von den Kunden getragen werden.

lpz/dpa/Reuters