USA vs. China: Kampf um Unocal wird zum Politikum - DER SPIEGEL
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USA vs. China Kampf um Unocal wird zum Politikum

Aus dem Wettbieten um den US-Ölkonzern Unocal wird ein politisches Kräftemessen zwischen China und den USA. Nachdem amerikanische Politiker vor dem Ausverkauf nationaler Interessen gewarnt hatten, fordert Peking nun lautstark ein Ende der Intervention aus Washington.
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Peking - China hat den US-Kongress am Dienstag aufgefordert, sich nicht länger in die mögliche Übernahme von Unocal durch den staatlichen chinesischen Konzern National Offshore Oil Corporation (CNOOC) einzumischen. Das chinesische Außenministerium forderte, der Kongress solle nicht länger Handelsfragen politisieren und sich nicht in die normalen Geschäftsbeziehungen von Firmen einmischen.

Das amerikanische Abgeordnetenhaus hatte am vergangenen Donnerstag eine Resolution verabschiedet, in der die US-Regierung aufgefordert wurde, die chinesische Offerte zu blockieren. Die Abgeordneten stören sich vor allem daran, dass CNOOC in Staatsbesitz ist. Die Resolution der Parlamentarier ist nicht bindend. Das US-Finanzministerium hat allerdings die Möglichkeit, die Übernahme zu überprüfen.

CNOOC   hatte vor wenigen Wochen eine Kaufofferte über 18,5 Milliarden Dollar vorgelegt und damit ein Angebot des US-Konzerns ChevronTexaco   um 1,5 Milliarden Dollar überboten. Die Chinesen haben es vor allem auf die großen Unocal-Öl- und -Erdgasreserven in Asien abgesehen. Die Volksrepublik braucht dringen zusätzliche Energiequellen, um die hohe Nachfrage der boomenden Wirtschaft zu befriedigen.

Chevron andererseits will mit Unocal die eigenen Reserven aufstocken. Die Produktion des nach Exxon Mobil   zweitgrößten amerikanischen Ölförderers befindet sich seit geraumer Zeit im Sinkflug. Chevron hatte das CNOOC-Angebot entsprechend hart kritisiert, zumal die Chinesen die Übernahme maßgeblich mit günstigen Staatskrediten finanzieren. "Das ist kein Wettbewerb zwischen Unternehmen. Wir konkurrieren mit dem chinesischen Staat", hatte Chevron-Vize-Chairman Peter J. Robertson erklärt.

Der US-Konzern kann sich dabei seinerseits auf die Unterstützung der politischen Kräfte in Washington verlassen. Kurz nach dem Gegenangebot von CNOOC hatten zahlreiche amerikanische Politiker in einem Brief an das Finanzministerium vor einer Übername durch die Chinesen gewarnt. Auch das Weiße Haus hatte eine genaue Prüfung angemahnt.

Für CNOOC wäre eine Verzögerung fatal, zumal das chinesische Unternehmen unter Zeitdruck steht. Schon am 10. August stimmen die Unocal-Aktionäre über das Chevron-Angebot ab, das bereits von den Regulierungsbehörden der USA abgesegnet wurde.