Ver.di-Streik: Einigung im Tarifstreit bei der Lufthansa - DER SPIEGEL
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Ver.di-Streik Einigung im Tarifstreit bei der Lufthansa

Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa gibt es einen Durchbruch. Das bestätigte Lufthansa-Personalvorstand Lauer. Ver.di und die Fluggesellschaft einigten sich auf eine Lohnerhöhung um 5,1 Prozent rückwirkend zum 1. Juli sowie auf ein weiteres Plus im kommenden Jahr.
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Frankfurt am Main - Im Tarifkonflikt bei der Lufthansa haben sich die Gewerkschaft Ver.di und die Fluggesellschaft geeinigt. "Es gibt eine Einigung", sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer am Freitag vor Journalisten in Frankfurt. Damit bestätigte er Meldungen mehrerer Nachrichtenagenturen, die Tarifparteien hätten sich auf einen Abschluss für das Bodenpersonal verständigt.

Lufthansa-Maschine (in Frankfurt): Einigung fürs Bodenpersonal

Lufthansa-Maschine (in Frankfurt): Einigung fürs Bodenpersonal

Foto: DDP

Beide Seiten einigten sich auf eine Lohnerhöhung um 5,1 Prozent rückwirkend zum 1. Juli. Am 1. Juli 2009 folgte eine weitere Erhöhung, und zwar um 2,3 Prozent. Zudem gibt es eine Einmalzahlung von 1,5 und eine ergebnisabhängige Komponente, die je nach Geschäftsfeld bis zu 0,9 Prozent betragen kann.

Die Einigung gilt nach Angaben der Lufthansa für 34.000 Mitarbeiter am Boden. Auf der Basis von zwölf Monaten entpreche dies einer Lohnerhöhung von 4,2 Prozent. Für das Kabinenpersonal wurde ein Abschluss im gleichen Volumen erzielt. Er steht aber unter dem Vorbehalt der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo, in der die meisten Stewardessen organisiert sind.

"Nicht schmerzfrei, aber vertretbar"

Lauer nannte das Ergebnis "nicht schmerzfrei", aber im Hinblick auf die lange Laufzeit und die Einmalzahlung vertretbar. Hagen Lesch, Gewerkschaftsforscher am Institut der deutschen Wirtschaft, hält den Tarifabschluss aus Ver.di-Sicht für ausreichend hoch. "Inklusive der Einmalzahlung liegt der Tarifabschluss über den Abschlüssen anderer produzierender Gewerbe", sagte er SPIEGEL ONLINE. "Verglichen mit anderen Dienstleistungsabschlüssen liegt Ver.di am oberen Rand."

Lesch hält es allerdings für unwahrscheinlich, dass Ufo sich mit den ausgehandelten Konditionen zufrieden gibt. "Das würde der bisherigen Logik, als Berufsgewerkschaft stets mehr zu fordern als die Branchengewerkschaft, widersprechen", sagt er. "Das Risiko ist sehr hoch, dass Ufo das aktuelle Angebot nicht annimmt."

Ver.di hatte ursprünglich 9,8 Prozent mehr Geld für ein Jahr verlangt, Lufthansa bot zunächst 6,7 Prozent für 21 Monate inklusive einer Einmalzahlung.

Vorausgegangen waren informelle Gespräche am Donnerstag zwischen Ver.di und Vertretern des Unternehmens. Die 24-köpfige Tarifkommission der Gewerkschaft war zusammengekommen, um über das bisherige Ergebnis der Sondierungsgespräche zu diskutieren. In einem Papier waren Eckpunkte zusammengefasst worden, der Inhalt wurde zunächst nicht bekannt.

Verzögerungen im Flugverkehr dauern an

Der Aktienkurs von Lufthansa drehte kurz nach der Nachricht über die Einigung ins Plus und legte um 0,88 Prozent auf 14,90 Euro zu.

Ungeachtet der Annäherung zwischen Ver.di und Lufthansa   sollten am fünften Tag des Arbeitskampfs erneut rund 130 Flüge ausfallen. Wie die größte deutsche Fluggesellschaft mitteilte, waren darunter 30 Langstreckenverbindungen. Insgesamt würden etwa zehn Prozent des Gesamtangebots gestrichen.

Der Streik soll nach Konzernangaben mit der Frühschicht am Samstag enden.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte SPIEGEL ONLINE, dass der Sonderflugplan trotz der Einigung noch bis einschließlich 4. August gelten werde. Bis sich der Flugbetrieb wieder normalisiere, könne es aber noch bis zu zwei Wochen dauern. Hintergrund seien die während des Streiks nicht ausgeführten Checks und Wartungsarbeiten "an einer Vielzahl von Flugzeugen".

kaz/fro/ssu/Reuters/AP/dpa

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