Ver.di-Warnstreiks: "Wir lassen uns nicht erpressen" - DER SPIEGEL
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Ver.di-Warnstreiks "Wir lassen uns nicht erpressen"

Einen Tag vor der entscheidenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst sind die Fronten verhärtet. Ver.di-Chef Frank Bsirske droht mit einem Arbeitskampf, Arbeitgeber-Verhandlungsführer Kurt Faltlhauser (CSU) kritisiert die massiven Warnstreiks und spricht von Erpressung.
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Hamburg - In Kassel treffen sich am Mittwochvormittag die Verhandlungsführer der Gewerkschaft und der Arbeitgeber zur zweiten regulären Verhandlungsrunde. Warnstreiks wird es dann nur vereinzelt geben - etwa bei den Mainzer Verkehrsbetrieben.

Ver.di-Chef Frank Bsirske sagte: "Jetzt liegt es ganz in der Hand der Arbeitgeber, ob es auch im öffentlichen Dienst ein friedvolles Weihnachtsfest geben kann. Gelingt uns keine Einigung in dieser Runde, gehe ich davon aus, dass unsere Tarifkommission das Scheitern der Verhandlungen erklärt." Dann seien Streiks absehbar.

Ver.di fordert für die rund drei Millionen Arbeiter und Angestellten des öffentlichen Dienstes deutlich mehr als drei Prozent höhere Einkommen. Die Arbeitgeber fordern eine Null-Runde.

Bisher kein Angebot der Arbeitgeber

Der Verhandlungsführer der Bundesländer, Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU), will notfalls auch harte Streiks in Kauf nehmen. "Wir lassen uns mit Sicherheit nicht erpressen", sagte er in der "Tagesschau". Ob die Arbeitgeber ein Angebot bei den Gesprächen in Kassel vorlegten, hänge auch von der Gegenseite ab. Bislang habe er nicht den Eindruck, dass Ver.di "irgendwie beweglich" sei. Man werde sich keine Einigung diktieren lassen, so Falthauser.

Wie bereits am Tag zuvor ging am Dienstagmorgen vielerorts gar nichts mehr. An den Flughäfen Frankfurt am Main und München wurden Hunderte von Flügen gestrichen. Auch an den Airports in Düsseldorf, Stuttgart, Hannover und Hamburg kam es wegen Protestaktionen zu Flugabsagen und Verzögerungen. Die Lufthansa   und ihre Partner strichen 360 Flüge. Nach Lufthansa-Angaben waren etwa 25.000 Passagiere von Verspätungen oder Flugausfällen betroffen. "Es ist ein schwarzer Tag für die Lufthansa", sagte ein Konzernsprecher.