Veraltete Software Deutsche Bahn befürchtet Milliardenschäden
Berlin - Die Verzögerungen ergeben sich daraus, dass die Bahn mit einem "veralteten Kommunikationsnetz mit erheblichen technischen Risiken" arbeite, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" ein Vorstandspapier. Die Einführung neuer Software sei jedoch erst bis 2003 abgeschlossen. Nun müsse das neue Tarifsystem auf Basis der alten Software "Kurs 90" installiert werden, beschloss die Bahn.
Seit Jahren bastelt die Deutsche Bahn an einem neuen Konzept, das den Tarifdschungel lichten soll. Für bestimmte Zielgruppen wie Familien und Geschäftsreisende soll es günstige Angebote geben, insgesamt sollen die Preise überschaubarer werden. Dass die Reform jetzt weitgehend auf Basis von "Kurs 90" laufen soll, halten Insider für eine Notmaßnahme.
Bahn-Chef Hartmut Mehdorn dulde keine weiteren Verzögerungen. Denn jeder weitere Aufschub koste die Bahn viel Geld. Verzögert sich die Einführung des neuen Tarifsystems um ein Jahr, rechnet die Bahn mit Verlusten in Höhe von 570 Millionen Mark. Hinzu kämen Schäden von 400 Millionen Mark jährlich, weil der Vorstand im Zuge der Preisreform auch auf eine bessere Auslastung des Personals und eine Verkürzung der Reisezeit spekuliert.
Den größten Schaden befürchtet der Vorstand allerdings für das Image der Bahn. Gelinge es nicht, trotz vollmundiger Absichtserklärungen endlich mit überschaubaren, günstigeren Preisen aufzuwarten, werde die Bahn unglaubwürdig und unattraktiv.