Verbraucher-Index Sinkende Inflation stärkt Konsumklima
Nürnberg - Die nachlassende Teuerung hat die Stimmung der deutschen Verbraucher verbessert. Der Indikator des Forschungsunternehmens GfK prognostiziert für Oktober einen Anstieg des Konsumklimas auf 1,8 Punkte. Im Vormonat lag der Wert noch bei 1,6 Punkten.
Zuvor hatten trübe Konjunkturaussichten die Kauflaune der Deutschen über Monate hinweg sinken lassen. Doch die sinkenden Energiekosten und eine steigende Einkommenserwartung erhöhten laut GfK die Kaufneigung, wenn auch das Niveau niedrig bleibt.
"Der Höhepunkt der Teuerung scheint überschritten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Zudem rechnen die Verbraucher damit, dass die Inflationsraten weiter sinken. Dies sei ein gutes Zeichen, da die deutschen Konsumenten erfahrungsgemäß sehr sensibel auf Preiserhöhungen reagierten, so Bürkl.
Der Index fiel besser aus als erwartet: Volkswirte hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet, nachdem sich die Stimmung zuvor vier Mal in Folge verschlechtert hatte. "Die Zahlen sind eine kleine Überraschung, aber dennoch erklärbar: Die Hauptsorge Nummer eins, die Inflation, ist im Zuge des gesunkenen Ölpreises ein wenig in den Hintergrund getreten", sagte Andreas Scheuerle, Volkswirt bei der Deka-Bank.
Entwarnung gaben die Beobachter indes nicht. "Der Wert bleibt auf sehr niedrigem Niveau. Die Belastungsfaktoren für den Verbraucher sind weiterhin da. Hinzu kommen deutlich größere Zukunftsängste wegen der drastisch eingetrübten Konjunkturaussichten", sagte Alexander Koch, Ökonom bei Unicredit.
Zudem ist die Zuspitzung der Finanzkrise der vergangenen Tage in der Umfrage nicht berücksichtigt. Die drastische Banken- und Börsenturbulenzen könnte die Stimmung der deutschen Verbraucher im weiteren Jahresverlauf merklich belasten, sagte GfK-Experte Bürkl. "Wenn die Finanzmärkte nicht zur Ruhe kommen, ist eine deutliche Stimmungseintrübung auf Verbraucherebene nicht auszuschließen."
Entsprechend geht die GfK in diesem Jahr von einem stagnierenden Konsum aus. Die Prognose für 2008 korrigierte das Institut von zuletzt 0,5 Prozent auf null Prozent .
suc/dpa-AFX/AFP/Reuters