Verbraucherschützer kritisieren private Parkplatzfirmen - Vorwurf der Abzocke - DER SPIEGEL
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Unklare Regeln und hohe Vertragsstrafen Verbraucher fühlen sich von Parkplatzfirmen abgezockt

Vor Supermärkten, Arztpraxen, Krankenhäusern: Immer häufiger werden Parkplätze von Privatfirmen bewirtschaftet. Verbraucherschützer berichten über zunehmende Beschwerden, vor allem bei Plätzen mit Kennzeichenerfassung.
Privater Parkplatz in Leipzig: Kunden zunehmend verärgert
Privater Parkplatz in Leipzig: Kunden zunehmend verärgert

Privater Parkplatz in Leipzig: Kunden zunehmend verärgert

Foto: Jan Woitas / dpa

Verbraucherschützer berichten von steigenden Beschwerdezahlen über private Parkplatzbewirtschafter in Deutschland. Betroffene kritisierten vor allem unklare Regeln, hohe Vertragsstrafen, Inkassoschreiben und eine schlechte Erreichbarkeit des Service, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Verbraucherschutzzentralen der Bundesländer ergab. Dabei geht es vor allem um schrankenlose Parkplätze von Supermärkten, aber auch vor Arztpraxen und Krankenhäusern, die mit Kennzeichenerfassungen arbeiten.

Kritik: Hohe Strafen, unklare Parkbedingungen

Häufig fehle es an klarer und unübersehbarer Beschilderung, sagen Verbraucherschützer und kritisieren immer wieder eine unzureichende Veröffentlichung der Geschäftsbedingungen sowie überzogene Forderungen. Mehrere Verbraucherzentralen berichteten von Fällen, in denen Autofahrern bei der Zahlung am Automaten »0 Euro« Parkgebühr angezeigt worden seien, weil sie sich innerhalb der Freiparkzeit befunden hätten. Bis zur tatsächlichen Ausfahrt seien Zeiten aber überschritten worden, und es habe teils hohe Zahlungsnachforderungen gegeben.

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Die Unternehmen selbst weisen die Vorwürfe zurück. Anbieter wie Mobility Hub, Park & Control oder Wemolo betonen die hohe Genauigkeit ihrer Systeme und verweisen auf Kulanzregelungen. Verstöße lägen gemessen an den millionenfachen Parkvorgängen im verschwindend niedrigen Bereich. Fehler entstünden meist durch falsche Eingaben der Nutzer. Vertragsstrafen seien notwendig, um Falschparken zu verhindern, und orientierten sich am öffentlichen Bußgeldkatalog.

Tipps: Quittungen aufbewahren und Fotos machen

Verbraucherschützer empfehlen, sich im Zweifel Beratung von Verbraucherzentralen zu holen, wenn man sicher sei, bezahlt zu haben. Oft seien Vertragsstrafen überzogen oder die Geschäftsbedingungen nicht ausreichend ersichtlich. Hier lohne es sich, Fotos von den Schildern und der entsprechenden Parksituation zu machen. Zudem sollten bei schrankenlosen, digitalen Parkplätzen Belege eine Zeit lang aufbewahrt werden.

mik/dpa