Verdeckte Intervention: EZB kauft Euro - DER SPIEGEL
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Verdeckte Intervention EZB kauft Euro

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat überraschend angekündigt, einen Teil ihrer ausländischen Devisenreserven gegen Euro einzutauschen. Analysten sehen in diesem Schritt eine klare Intervention.
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Frankfurt am Main - Die EZB wird ab sofort Zinseinnahmen aus Devisenreserven im Wert von 2,5 Milliarden Euro zum Kauf von Euro verwenden. Der EZB-Rat habe die Maßnahme in einer Sitzung am 31. August beschlossen, teilte die EZB mit.

Die Notenbank bestreitet, dass die Handlung eine Intervention am Devisenmarkt darstellt. Ein EZB-Sprecher sagte, es handle sich um einen normalen Vorgang innerhalb der Zentralbank. "Es entspricht dem Verhalten anderer Notenbanken, zusätzliche Reserven bei passender Gelegenheit in den Markt zurückzuschleusen", sagte der Sprecher. Der Zeitpunkt für den Beginn der Operation sei technisch bedingt.

Analysten sehen das anders: "Wenn die EZB direkt in den Markt Dollars, Pfund und Yen verkauft, dann wird das die Wechselkurse beeinflussen - das ist Intervention, wie sie im Buche steht", sagte Niel Parker von der Royal Bank of Scotland in London.

Gerhard Grebe von der Bank Julius Bär begrüßte den Beschluss der EZB: "Der Schritt ist grundsätzlich positiv zu sehen. Die EZB will offenbar zeigen, dass man etwas gegen die Euro-Schwäche tun will. Das könnte ein Vorläufer für Interventionen sein, um den Trend des Wechselkurses umzudrehen."

"Das ist ein lauwarmer Versuch, das Wasser zu testen", sagte Thomas Mayer, Chefvolkswirt von Goldman Sachs Frankfurt. Weil Interventionen gegenwärtig wenig gegen die Marktkräfte ausrichten könnten, habe die EZB diesen "Versuchsballon" gestartet.

Das genannte Volumen von zunächst 2,5 Milliarden Euro bezeichneten einige Experten jedoch als zu gering, um dem Euro zu helfen. "Vom Umfang her sind die hier genannten 2,5 Milliarden Euro nicht so viel, dass eine nachhaltige Trendwende des Euro-Kurses zu erwarten ist", sagte Ulrich Wortberg von der DG Bank in Frankfurt.

Nach der überraschenden Ankündigung der Notenbank stieg der Euro zeitweise um mehr als einen US-Cent auf über 0,87 Dollar, fiel dann aber wieder leicht zurück. Der Euro war in dieser Woche auf ein Rekord-Tief zum Dollar von rund 0,855 Dollar gerutscht und hatte damit mehr als 27 Prozent seit seiner Einführung Anfang 1999 an Wert verloren. Zum frühen Nachmittag notierte der Euro bei Kursen um 0,864 Dollar.