GEWERKSCHAFTEN Verdi als Quartett
Verdi, der Zusammenschluss zur Dienstleistungsgewerkschaft, wird kleiner als erwartet. Weil es in der ÖTV wohl keine Mehrheit für Verdi gibt, bereiten die übrigen beteiligten Arbeitnehmerorganisationen eine Alternative vor. Bei einem Treffen am vorvergangenen Wochenende einigten sich die Vorsitzenden von HBV, DAG, IG Medien und Deutscher Postgewerkschaft, die Fusion zunächst ohne die ÖTV anzugehen. Dadurch würde die neue Gewerkschaft mit etwa 1,5 Millionen Mitgliedern und Beitragseinnahmen von rund 450 Millionen Mark nur etwa halb so groß wie der bislang geplante Verbund. Als Vorsitzende der Organisation sind HBV-Chefin Margret Mönig-Raane sowie - als Übergangslösung - der DAG-Vorsitzende Roland Issen im Gespräch. Das verbliebene Verdi-Quartett will die Fusion so anlegen, dass die ÖTV jederzeit beitreten kann. Für die Übergangszeit soll ein Kooperationsabkommen ausgehandelt werden. Dennoch bestehe »die Gefahr, dass sich in vielen Bereichen Konkurrenz entwickelt«, so Mönig-Raane. Die Verdi-Mitglieder würden sich »nicht einfach aus Rücksicht auf die ÖTV aus Bereichen zurückziehen, in denen sie heute schon präsent sind«.