Verhärtete Fronten: Metallbranche steuert auf Streik zu - DER SPIEGEL
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Verhärtete Fronten Metallbranche steuert auf Streik zu

Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie stehen sich beide Seiten weiterhin unversöhnlich gegenüber. Die Zeichen stehen auf Streik. An Protestaktionen beteiligten sich unterdessen bundesweit 18.300 Metaller.
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Frankfurt am Main - Der Verhandlungsführer von Südwestmetall, Otmar Zwiebelhofer, sagte heute in Böblingen, Nachbesserungen am Angebot der Arbeitgeber werde es nicht geben. "Dabei bleibt es." In Baden-Württemberg gingen die Tarifgespräche für die rund 800.000 Beschäftigten am Nachmittag in die fünfte Runde.

In Darmstadt endete gleichzeitig die vierte Runde für die rund 400.000 Beschäftigten der Mittelgruppe Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland ohne Ergebnis, weil die Arbeitgeber lediglich die von der IG Metall abgelehnte Offerte vorlegten. Gewerkschaftssprecher Hartwig Oertel sagte nach dem Ende der Gespräche, angesichts der Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Geld sei das Angebot der Arbeitgeber nicht hinnehmbar. Gesamtmetall habe sich nicht bewegt. Die vierte Runde in Niedersachsen wurde ergebnislos auf 19. April vertagt.

Die Metall-Arbeitgeber haben eine Anhebung von 1,2 Prozent für die ersten zwölf Monate und 0,6 Prozent monatliche Einmalzahlung sowie für weitere zwölf Monate 1,2 Prozent und eine monatliche Einmalzahlung von 0,4 Prozent angeboten. Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann klagte, die Verhandlungsbereitschaft der Arbeitgeber sei nicht allzu hoch. "Die Unternehmen sind in der Lage, unsere Forderung zu bezahlen. Die Gewinne sind in den letzten Jahren explodiert und die Situation in der Branche ist so gut, wie zuletzt vor 15 Jahren während des Booms der Wiedervereinigung".

"Es wird eng"

Hofmann bezeichnete den Zeitkorridor für eine Lösung am Verhandlungstisch als "inzwischen sehr eng". Er drohte mit einer weiteren Verschärfung des Konfliktes, sollte sich nach Ostern nicht schnell eine Lösung abzeichnen. "Wir können uns nicht ewig im Kreis drehen. Irgendwann wollen unsere Mitglieder Ergebnisse sehen". Die Streikbereitschaft sei hoch, sagte Hofmann auch mit Blick auf die morgen beginnende fünfte Verhandlungsrunde in Nordrhein-Westfalen.

IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine drohte nach der Vertagung der Gespräche in Niedersachsen mit Streik. Falls die Arbeitgeber in der nächsten Runde nicht den Weg für eine Verhandlungslösung freimachen würden, "wir die Tarifkommission der IG Metall in Niedersachsen an diesem Tag die Weichen auf Streik stellen", sagte er.

Gesamtmetall-Funktionär Zwiebelhofer warnte vor einem möglichen Arbeitskampf. Die öffentliche Meinung habe "die Schnauze voll von streikenden Müllmännern und Ärzten". Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser verteidigte gegenüber der "Financial Times Deutschland" erneut das Angebot der Arbeitgeber als angemessen: "Wir bleiben damit unter der für uns wichtigen Marke von zwei Prozent, ab der viele Betriebe in Schwierigkeiten kommen", sagte er.