Verhandlungsmarathon Versicherungen beenden Tarifstreit
Hamburg - Nach mehr als zehnstündigen Gesprächen verständigten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Nacht in Hamburg auf einen neuen Tarifvertrag, der knapp zwei Jahre gilt. Nach Angaben beider Seiten erhalten die 240.000 Beschäftigten der Branche ab dem 1. April 2006 zwei Prozent mehr Gehalt für zwölf Monate. Bis dahin gibt es keinen Aufschlag, dafür aber eine einmalige Zahlung von 250 Euro.
Ab dem 1. April 2007 bekommen die Angestellten dann noch einmal ein Prozent mehr Gehalt. Der neue Tarifvertrag läuft im Spätsommer 2007 aus.
Der Abschluss werde die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen nicht beeinträchtigen, sagte Jörg Müller-Stein, Vorstand beim Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV), nach den Verhandlungen der Nachrichtenagentur Reuters. Jörg Reinbrecht von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di sprach von einem akzeptablen Ergebnis.
Die Arbeitnehmer hätten sich zwar eine stärkere Gehaltserhöhung gewünscht, so Reinbrecht, dafür seien aber in anderen wichtigen Punkten Erfolge erzielt worden. Zum Beispiel sei die Regelung zur Altersteilzeit verlängert worden. Der Samstag werde nicht wie von den Arbeitgebern gefordert ein normaler Arbeitstag, und eine eigene Niedriglohngruppe werde es in der Branche auch nicht geben.
Ver.di hatte ursprünglich 4,5 Prozent mehr Lohn und einen besseren Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen gefordert. Begleitet wurden die Tarifverhandlungen in den vergangenen Wochen von zahlreichen Protestaktionen und Warnstreiks.