Verhandlungspoker Scheitert Fusion an Commerzbank-Forderung?
Frankfurt am Main - Eine Fusion als Juniorpartner komme nicht in Frage, verlautete aus der Commerzbank. Nach dpa-Informationen besteht das Institut auf einen Zusammenschluss "unter Gleichen".
An dieser Frage kann sich rasch entscheiden, ob ein Zusammengehen beider Häuser überhaupt weiter vorangetrieben wird. Die Erfolgsaussicht wird in der Commerzbank eher vorsichtig mit 20:80 eingeschätzt. Die kontroverse Debatte über den jeweiligen Wert der beiden Kreditinstitute war auch der Grund für die Veröffentlichung der guten Ertragszahlen der Commerzbank nach der Aufsichtsratssitzung vom Vortag.
Nach dem Substanzwert gilt die Dresdner Bank als wertvoller, zumal sie auf stille Reserven in der Größenordnung von zwölf Milliarden Mark verweisen kann. Nach dem Ertragswert sieht sich das Management der Commerzbank dagegen in einer deutlich besseren Position. Mit nur 35.000 Beschäftigten kam sie im ersten Quartal auf einen Konzerngewinn vor Steuern von 598 Millionen Euro. Die Dresdner Bank kann dagegen nur 247 Millionen Euro vorweisen, dies allerdings mit 50.000 Mitarbeitern. In dieser Relation drückt sich auch der zur Debatte stehende Stellenabbau zu Lasten der Dresdner aus.
Angesichts der deutlich besseren Ertragsstärke hält die gelbe Bank eine Bewertung der Aktien in der Größenordnung von 1:1 für berechtigt. Darüber hinaus gilt in der Branche das Management der kleineren Bank als erfolgreicher. Mit diesen beiden Pfunden spielt der Commerzbank-Vorstandschef Martin Kohlhaussen auf Zeit.
Bei der Dresdner Bank mit dem Großaktionär Allianz (rund 22 Prozent) im Rücken will man nach dem gescheiterten Fusionsversuch mit der Deutschen Bank dagegen rasch eine Klärung. Damals war der Zusammenschluss nicht zuletzt daran gescheitert, dass der verabredete "Merger of Equals" de facto ein Übergewicht der Deutschen Bank bedeutete.