Verkauf: Amerikaner wollen Beck´s schlucken - DER SPIEGEL
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Verkauf Amerikaner wollen Beck´s schlucken

Die Bremer Traditionsbrauerei Beck & Co wird verkauft. Die Interessenten stehen bereits Schlange.
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Bremen - Die Bremer Brauerei Beck & Co soll an einen internationalen Konzern verkauft werden, um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dieter Ammer, sagte am Donnerstag in Bremen, alle 67 Anteilseigner hätten sich darauf geeinigt, die mit 1,66 Milliarden Mark Umsatz und einem jährlichen Bierabsatz von 5,7 Millionen Hektolitern größte Exportbrauerei Deutschlands zu verkaufen.

Als potenzielle Käufer nannte Ammer Anheuser-Busch aus den USA, Scottish and Newcastle aus Großbritannien, die belgische Interbrew- Gruppe und die South African Breweries. In Branchenkreisen wird erwartet, dass der Verkaufspreis bis zu zwei Milliarden DM betragen könnte.

Die Eigentümer hätten die Geschäftsführung beauftragt, gemeinsam mit der US-Investmentbank Goldman Sachs einen Käufer zu finden, teilte Ammer mit. Ein Investor müsse Beck die fehlende Finanzkraft geben und zugleich über die nötige Kraft im Vertrieb und Marktmacht verfügen, damit Beck's weltweit weiter wachsen könne. Ammer zeigte sich dabei zuversichtlich, dass die 3700 Beschäftigten der Gruppe erhalten bleiben können, da die geplante Übernahme für einen Zuwachs des eigenen Absatzes sorgen soll. Für die Expansion der Gruppe sei ein Kapitaleinsatz in Milliardenhöhe nötig. Die bisherigen Anteilseigner seien nicht bereit gewesen, diese Summe zu tragen.

Aus dem Kreis der potenziellen Käufer hob Ammer die US-Brauerei Anheuser-Busch hervor, die bereits "großes Interesse" an Beck bekundet habe. Mit Anheuser-Busch würde Beck zudem Zugang zum Großhandel in den USA bekommen und könne seinen Absatz auf dem wichtigsten Exportmarkt weiter steigern, sagte der Beck-Chef. Die fünftgrößte deutsche Brauerei setzte im vergangenen Jahr 5,7 Millionen Hektoliter Bier ab, wovon rund 4,5 Millionen Hektoliter auf die Marke Beck's entfallen. 60 Prozent davon wurden in weltweit 120 Länder exportiert, damit ist Beck die größte Ausfuhrbrauerei in Deutschland.

Mit einer Million Hektoliter sind die USA für Beck wichtigstes Exportland vor Großbritannien und Italien, wohin je 700.000 Hektoliter exportiert werden.

Das Auslandsengagement hat Tradition. Bald nachdem Braumeister Heinrich Beck 1873 die damalige Kaiserbrauerei Beck & May mitgegründet hatte, entwickelte er ein Pils, das die monatelange Schiffsreise nach Übersee schadlos überstand. 1876 wurde dieses Bier auf der Weltausstellung in Philadelphia präsentiert und erhielt eine Goldmedaille. Darauf ist das Haus so stolz, dass die Auszeichnung bis heute das Flaschenetikett ziert. Im Inland wurde Beck's dagegen erst seit 1949 verkauft. Mittlerweile wird in Südost-China und Thailand Pilsener in Lizenz gebraut, seit 2000 auch in Namibia.

Die Marke Beck's ist das ertragreichste Produkt des Hauses, aber nicht das einzige. Ende der 70er Jahre übernahm das Unternehmen die Bremer Erfrischungsgetränke GmbH, einen der größten Coca-Cola-Konzessionäre Deutschlands. Außerdem kommen aus dem Unternehmen auch die Regional-Marken Haake Beck und Rostocker Pils.