Verkaufsgerüchte: VDO-Betriebsrat greift Siemens-Vorstand an - DER SPIEGEL
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Verkaufsgerüchte VDO-Betriebsrat greift Siemens-Vorstand an

Ob Schmiergeldaffäre, Gefälligkeiten für den Betriebsrat oder die Umstrukturierung von Konzernsparten - der Münchener Siemenskonzern kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Heute warf ihm der VDO Betriebsrat "beschäftigungspolitischen Amoklauf" vor.
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Regensburg/München - Grund für die wütende Attacke ist die Angst der Arbeitnehmervertreter um die Zukunft der deutschen Werke der Siemens-Autosparte VDO. "Es wird Zeit, dass eine offene Informationspolitik gefahren wird und dass die wahren Pläne auf den Tisch kommen", forderte der Betriebsratsvorsitzende in Regensburg, Hans Fischl, heute. Die Art und Weise, wie Siemens   mit den Arbeitsplätzen eines rentablen Unternehmenszweigs umgehe, halte der Betriebsrat in Regensburg für einen "beschäftigungspolitischen Amoklauf".

Die Arbeitnehmervertreter befürchten mögliche Werksschließungen oder Verkäufe von Produktionsstätten im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang von VDO. Siemens hatte gestern betont, es gebe keine konkreten Pläne für Werksschließungen. Allerdings seien verschiedene Szenarien entworfen worden, wie die Produktivität bis 2011 um jährlich fünf Prozent erhöht werden könne. "In diesem Zusammenhang wurden auch Überlegungen zu einer weiteren Fokussierung des Produktportfolios vorgestellt, von denen auch Standorte in Deutschland betroffen sein könnten."

Die IG Metall sieht unter anderem Hinweise für einen Verkauf des Würzburger Werks mit seinen 1700 Beschäftigten. In der vergangenen Woche habe es Gespräche zwischen der Geschäftsführung des oberfränkischen Automobilzulieferers Brose und der Würzburger Werksleitung von Siemens VDO gegeben, erklärte Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer. Dies spreche ziemlich deutlich für ein Kaufinteresse am Würzburger Werk, dass Elektromotoren für Autos herstelle. Zudem war unter anderem über eine Schließung der Werke Karben und Stolberg spekuliert worden.

mik/dpa