Verkaufswelle Manager stoßen Aktien ab
Frankfurt am Main - Deutschlands Top-Manager rechnen laut "Handelsblatt" damit, dass die Börse in den kommenden Monaten fallen wird. Wie die Zeitung berichtete, ist das sogenannte Insiderbarometer auf 98 Punkte gesunken - der tiefste Stand seit Mai 2006.
Das Insiderbarometer wird vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) der Technischen Hochschule Aachen und Commerzbank Private Banking alle zwei Wochen errechnet. Grundlage der Berechnung sind Aktienkäufe und -verkäufe von Top-Managern, Aufsichtsräten und deren nahen Familienangehörigen aus den 160 Unternehmen des Dax , MDax , TecDax und SDax .
Laut Fifam-Experte Olaf Stolz folgte in der Vergangenheit einem niedrigeren Insiderbarometer "stets eine längere Phase der Kursstagnation oder gar der Kursrückgänge". Im Gegensatz dazu blieben Banken und Analysten optimistisch und rechneten für 2007 mit weiteren Kursanstiegen, etwa für den Dax um knapp sieben Prozent. In den USA ist der gegenläufige Trend zwischen den Erwartungen der Insider und den Empfehlungen der Analysten noch deutlicher, wie das Blatt weiter berichtet.
Umfrage in zehn Ländern
Nach einem Bericht der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune" bewerten Firmenchefs aus Deutschland ihr Land bei der Steuern- und Abgabenbelastung im europäischen Vergleich am schlechtesten. Die Wirtschaftszeitung veröffentlichte eine Umfrage aus zehn Ländern, die ergab, dass nur drei Prozent aller deutschen Firmenchefs den Standort Deutschland in dieser Hinsicht "eher" oder "sehr" attraktiv finden. 73 Prozent stuften Deutschland als "eher nicht attraktiv" und 22 Prozent als "überhaupt nicht attraktiv" ein. Im Vergleich zur vorherigen Umfrage nach der Bundestagswahl 2005 fiel die Zahl der Deutschland-Unterstützer um 13 Prozentpunkte.
Schlecht schnitten auch Frankreich und Italien ab, die jeweils acht Prozent Zustimmung von ihren jeweiligen Firmenchefs erhielten und vier beziehungsweise sechs Prozentpunkte an Zustimmung verloren. Überwiegend zufrieden waren dagegen die Unternehmenschefs in den Niederlanden (71 Prozent), Schweden (56 Prozent), Großbritannien (54 Prozent) und Ungarn (53 Prozent). Relativ gut schlugen sich auch Polen (48 Prozent), Spanien (45 Prozent) und Belgien (41 Prozent).
Für die Erhebung wurden im Auftrag der Pariser Handels- und Industriekammer europaweit tausend Unternehmenschefs aus den Bereichen Bau, Handel und Dienstleistungen (Firmen mit mehr als zehn Mitarbeitern) sowie Industrie (mehr als 50 Beschäftigte) befragt. Die Umfrage des Ipsos-Instituts fand zwischen dem 23. Oktober und dem 15. November per Telefon statt. In Deutschland nahmen 100 Firmenchefs teil.
tim/AFP/AP