Verkaufswelle: Neuer Markt im freien Fall - DER SPIEGEL
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Verkaufswelle Neuer Markt im freien Fall

Schlechte Vorgaben von der Nasdaq und enttäuschende Zahlen von Hewlett Packard brachten die Indizes am Neuen Markt auf neue Tiefststände. Große Investoren überschwemmten offenbar den Markt.
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New York/Frankfurt am Main - Wie erwartet hat die Wall Street am Montag mit einem deutlichen Kursrutsch eröffnet. Der Dow Jones lag knapp ein Prozent im Minus, nachdem er zwischenzeitlich schon mehr als 150 Punkte abgegeben hatte. Der Nasdaq-Index fiel unmittelbar nach dem Läuten der Eröffnungsglocke unter die Marke von 3.000 Zähler und notierte zuletzt rund zwei Prozent im Minus.

Die weiter ausstehende Entscheidung bei den US-Präsidentschaftswahlen sowie die schlechten Nachrichten aus der Technologiebranche machen Anleger sehr nervös, heißt es. Am Freitag hatten bereits die Papiere von Dell den Markt nach unten gezogen. Der Computerhersteller hatte einen den Analystenerwartungen entsprechenden Gewinn je Aktie von 25 Cent im dritten Quartal gemeldet und darüber hinaus seine Umsatzerwartungen für 2002 nach unten revidiert.

Erneute Störsignale für die Computerbranche kamen am heutigen Montag aus dem Hause Hewlett Packard. Der im Dow Jones notierte PC-Hersteller hat die Gewinnerwartungen der Analysten für das vierte Quartal um 10 Cent verfehlt.

Ein Ende der Talfahrt sei nicht absehbar, sagte ein Händler. Im Moment werde alles verkauft, vor allem Fonds zögen sich aus den Werten zurück, sagte ein Händler. Ein Besserung erwarte er nicht vor dem kommenden Jahr, dann gelte wieder das Motto "Neues Spiel, neues Glück". Die derzeitige Marktbereinigung sei für einige Unternehmen aber auch für viele Anleger schmerzhaft.

Nach wie vor tummelten sich aber Zocker am Neuen Markt, sagte ein anderer Händler. Ein Beispiel sei FortuneCity. Der Titel stieg um gut 36 Prozent auf. Das Unternehmen hatte seine Neunmonats-Zahlen veröffentlicht und konnte demnach seine Verluste zurückfahren. Dies sei aber keine Nachricht, die solch einen Kursanstieg rechtfertige, so der Händler.

Dem Negativtrend konnten sich die meisten Indexschwergewichte nicht entziehen: So verloren Qiagen und Adva jeweils mehr als zehn Prozent, die Verluste von T-Online und Intershop lagen bei knapp sieben beziehungsweise rund acht Prozent. Mobilcom und EM.TV kamen mit Abschlägen von knapp fünf Prozent noch relativ glimpflich davon.

Eine Verkaufswelle erreichte auch den Biotechnologiesektor: Morphosys, MWG Biotech und Sanochemia lagen beispielsweise jeweils etwa vierzehn Prozent unter Vortagesniveau.

Stark unter Druck waren bis auch die Direktbroker: ConSors gaben um rund vierzehn Prozent nach. Der Online-Broker hatte vor Börsenstart Neunmonats-Ergebnisse vorgelegt und einen Gewinn je Aktie auf dem Niveau des Vorjahres ausgewiesen. Auch Comdirect und Direkt Anlage Bank mussten mit rund acht Prozent deutliche Verluste hinnehmen.