Verkehr: Bahn-Chef Mehdorn verteidigt Preiserhöhungen - DER SPIEGEL
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Verkehr Bahn-Chef Mehdorn verteidigt Preiserhöhungen

Die Empörung über die höheren Ticketpreise der Bahn ist groß - doch Bahn-Chef Hartmut Mehdorn findet die Preisaufschläge gerechtfertigt: Das Unternehmen müsse eben Schulden in Milliardenhöhe abtragen.
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Berlin - Im Dezember werden Bahntickets teurer - völlig zu Recht, findet Bahn-Chef Hartmut Mehdorn: "Die Bahn braucht gute Gewinne. Wir müssen weiter Schulden in Milliardenhöhe abbauen, die wir unter anderem für neue Züge gemacht haben", sagte der Konzernchef der "Bild"-Zeitung. Außerdem wolle das Unternehmen weiter in Lärm- und Umweltschutz, aber auch in Bahnhofssanierungen investieren.

Mehdorn verwies zudem auf die gestiegenen Energiekosten. "Unser Unternehmen hat letztes Jahr fast zwei Milliarden Euro allein für Energie ausgegeben." Alles werde teurer, davon könne sich die Bahn nicht abkoppeln, sagte Mehdorn dem Blatt. Auch die Lohnerhöhungen der Lokführer belasten das Unternehmen. Außerdem zahlten mehr als 80 Prozent der Kunden ohnehin nicht den vollen Fahrpreis, weil sie Abonnements, Sonderangbote oder BahnCards nutzten, argumentiert der Bahn-Chef.

Beim geplanten Börsengang will das Unternehmen laut Mehdorn Namensaktien ausgeben, "um besser nachvollziehen zu können, wer bei uns einsteigt".

Gleichzeitig warnte er vor übertriebener Furcht vor ausländischen Investoren. "Da werden Ängste geschürt, für die es überhaupt keinen Grund gibt." Auch nach einem Börsengang würden 100 Prozent der Infrastruktur beim Staat verbleiben, der außerdem mindestens 75,1 Prozent der DB-Aktien behalten werde.

Von anderer Seite droht der Bahn allerdings neuer Ärger: Die Gewerkschaft der Lokführer GDL streitet sich mit dem Konzern vor Gericht. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung, wirft die Gewerkschaft dem Unternehmen vor, sie wolle mit dem Börsengang die Mitbestimmung aushebeln. Die GDL hat sich deshalb an das Landgericht Berlin gewandt.

cvk/AP/dpa-AFX