Verkehrspolitik: Die Stunde der Transrapid-Träumer - DER SPIEGEL
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Verkehrspolitik Die Stunde der Transrapid-Träumer

Nachdem das rot-grüne NRW sein Metrorapid-Projekt beerdigt hat, bekunden Unionspolitiker ihre Liebe zum teuren Magnetschwebezug. Einer nach dem anderen wagt sich mit Vorschlägen für neue Strecken im eigenen Bundesland hervor.
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Wiesbaden/Hannover - Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) müht sich, sich an die Spitze der Transrapid-Bewegung zu setzen. Er forderte den Bau einer Transrapid-Referenzstrecke vom Frankfurter Hauptbahnhof über den Rhein-Main-Flughafen zum Flughafen Hahn im Hunsrück gefordert.

"Wir brauchen eine überzeugende Referenzstrecke, um die Exportchancen des Transrapid, der weltweit führenden Technologie für Magnetschwebebahnen, zu sichern", sagten Koch und sein Wirtschaftsminister Alois Rhiel am Sonntag in Wiesbaden. Die Transrapidverbindung war bereits einmal in der Diskussion. Der Flughafen Hahn, der vor allem vom irischen Billigflieger Ryanair benutzt wird, ist von Frankfurt aus nur über verschiedene Autobahnen und Bundesstraßen zu erreichen.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) wiederum befürwortet eine Transrapid-Strecke im Norden. Nach einem Bericht der "Nordwest-Zeitung" hat sich Wulff für eine Trasse von den Niederlanden über Oldenburg, Bremen und Hamburg nach Berlin ausgesprochen. "Ich bleibe dabei: Der Transrapid im Norden muss durchgesetzt werden." Die Magnetschwebebahn sei eine echte Alternative zum Flugverkehr.

Koch und Rhiel hingegen sagen, der Transrapid könne vor allem auf der hessischen Strecke seine Vorteile voll ausspielen, da ein hohes Verkehrsaufkommen zu erwarten sei, Als Hochgeschwindigkeitsverbindung wäre der Transrapid zudem im Zusammenhang mit dem Luftverkehrsknoten Frankfurt ein nationales Vorzeigeprojekt für die Integration der Verkehrsströme, da unter anderem auch der ICE miteinbezogen würde.

Koch und Rhiel warnten zudem davor, die für den Transrapid bestimmten Mittel umzuwidmen. "Wenn Rot-Grün in Nordrhein-Westfalen diese Zukunftstechnologie auf dem Altar des Koalitionsfriedens opfert, kann daraus nicht folgen, dass die Mittel für den S-Bahn-Bau des Landes eingesetzt werden. Das Aus für den Metrorapid darf auch kein Anlass dafür sein, dass der Bund die Transrapidmittel kassiert." Vielmehr müsse der Bau einer echten Referenzstrecke für den Transrapid in Deutschland das unverrückbare Ziel bleiben. Es sei im nationalen Interesse, der Transrapid-Technologie und dem Transrapid-Produktionsstandort Kassel die Zukunft zu sichern.

Der nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) hatte mit dem Verzicht auf den Metrorapid einen zentralen Streitpunkt in der Koalitionskrise mit den Grünen aus dem Weg geräumt. Die Magnetschwebebahn sollte zwischen Düsseldorf und Dortmund fahren und eigentlich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fertig gestellt sein.

Auch München plant ein Magnetbahn-Projekt, bei dem ein Transrapid zwischen der Stadt und dem außerhalb gelegenen Flughafen verkehren soll. Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) zeigte sich bei der Einweihung des neuen Münchener Flughafen-Terminals in dieser Woche überzeugt, dass die Transrapid-Strecke zum Flughafen gebaut werde.

Der Transrapid wird von ThyssenKrupp gemeinsam mit Siemens entwickelt und gebaut.