Verlags-Fusionen Springer stößt auf Vorbehalte bei Ringier
Hamburg - Der Schweizer Verlag Ringier beurteilt die wirtschaftlichen Vorteile aus einer Verbindung mit dem deutschen Axel Springer Verlag offenbar skeptisch. Synergien gebe es nur in einem kleinen Bereich, zitiert die "Financial Times Deutschland" (FTD) ein namentlich nicht genanntes Mitglied der Konzernleitung bei Ringier.
Im Springer-Verlag seien dagegen besonders die wirtschaftlichen Vorteile hervorgehoben worden, die sich aus der Verbindung der beiden Verlage ergeben könnten. Aus der Perspektive der Deutschen stimmt das auch. Denn insbesondere, was zukunftsträchtige Expansionen betrifft, haben die Schweizer einiges zu bieten. In den wichtigen Wachstumsmärkten in Ostmitteleuropa, etwa in Tschechien und Ungarn, besitzt Ringier bereits einige sehr profitable Blätter.
Dementsprechend sieht man sich auf Schweizer Seite auch in einer Position der Stärke. Die Allianz mit Springer gelte als nicht zwingend erforderlich, zitiert die "FTD", den Ringier-Manager weiter. Nach Auskunft anderer Quellen sehe Ringier in einer Fusion nicht die einzige Möglichkeit zu einer Verbindung mit dem Springer-Verlag, berichtet die Zeitung weiter.
Bislang allerdings räumten beide Häuser nur Gespräche über eine Kooperation offiziell ein, nicht aber, wie die Zusammenarbeit aussehen könnte. Nach innen scheint aber schon mehr Klarheit darüber zu bestehen. Ein Ringier-Sprecher rechnet mit einem baldigen Abschluss der Verhandlungen - "in einigen Tagen bis einigen Wochen".