Verlags-Monopoly Burda will Milchstraße schlucken
München - Die Verhandlungen des Münchner Medienkonzerns über den Kauf der Anteile des Milchstraße-Mitgesellschafters Rizzoli seien weit fortgeschritten, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Die Verträge sind demnach perfekt, es gehe nur noch um letzte Details.
Die Burda Media AG nutzt ein Vorkaufsrecht für die Anteile des Mailänder Verlags Rizzoli an den Firmen der Milchstraße-Gruppe. So hält Rizzoli etwa die Mehrheit an der Illustrierten "Max". Burda ist bei den Hamburgern unter anderem über die Fernsehzeitung "TV Spielfilm" engagiert.
Bei dem Hamburger Verlag sind laut "SZ" etliche der 490 Jobs bedroht, weil Burda viele Abteilungen am Firmensitz Offenburg konzentrieren will. Das Magazin "Tomorrow" soll dagegen in ein Joint-Venture mit dem Vogel-Verlag angegliedert werden.
Die Verlagsgruppe Milchstraße kämpft seit dem Platzen der Internetblase mit stark gesunkenen Werbeeinnahmen. Nach herben Einschnitten will das Unternehmen von 2005 an noch einmal zehn Millionen Euro einsparen. Zuletzt erzielte die Gruppe einen Umsatz von 165 Millionen Euro.