Vermögen: Iren sind die reichsten Europäer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Vermögen Iren sind die reichsten Europäer

Im 19. Jahrhundert wanderten die Iren in Massen nach Amerika aus, weil es in ihrer Heimat nicht genug zu essen gab. Auch in der jüngeren Geschichte waren sie nicht unbedingt für wirtschaftlichen Wohlstand bekannt. Jetzt sind die Iren einer Studie zufolge die Zweitreichsten der Welt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Nach einer in der Londoner "Times" veröffentlichten Studie der Bank of Ireland besitzen Iren im Pro-Kopf-Vergleich größere Geld- und Sachvermögen als Bürger aller anderen europäischen Staaten. Ihre Netto-Vermögenswerte belaufen sich demnach auf durchschnittlich 148.130 Euro pro Kopf, heißt es in der Studie. In der weltweiten Vermögens-Tabelle der Bank kommen die Iren damit auf Rang zwei hinter den Japanern (205.675 Euro) und gefolgt von den Briten (137.277 Euro).

Die US-Bevölkerung liegt demnach mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Vermögen von 128.810 Euro auf dem vierten Platz. Die Deutschen schaffen mit 90.462 Euro nur Rang sieben hinter Frankreich und Italien. Die persönlichen Vermögen der Iren hätten sich innerhalb des zurückliegenden Jahrzehnts mehr als verdreifacht, rechnete die Bank of Ireland vor. "Lokomotiven" der Vermögensexpansion seien die inzwischen mehr als 30.000 Millionäre unter den rund vier Millionen Einwohnern der grünen Insel.

Als eine Hauptursache der enormen Aufwärtsentwicklung des längst als "keltischer Tiger" bekannten Landes nannte die Bank die Kapitaltransfers der Europäischen Union zum Aufbau der Infrastruktur im einstigen Armenhaus Westeuropas. Vor allem aber hätten 1990 eingeführte Reformen der Wirtschafts- und Finanzpolitik, wozu eine Senkung der Unternehmenssteuer auf 12,5 Prozent gehörte, Investoren in großer Zahl angelockt. Heute seien in der Inselrepublik nahezu alle Weltkonzerne unternehmerisch engagiert.

kaz/dpa-AFX

Mehr lesen über