Vermögensverwaltung: Vorsicht vor Empfehlungen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Vermögensverwaltung Vorsicht vor Empfehlungen

Weil Investoren derzeit Aktien und Fonds meiden, versucht die Dresdner Bank massiv, ihre Kunden zum Umschichten ihrer Geldanlagen zu bewegen ­ um selbst Provisionserträge abschöpfen zu können.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

So startete das Institut Anfang des Jahres eine groß angelegte Verkaufsoffensive. Den Kunden wurde empfohlen, aus der internen Vermögensverwaltung Investmentfonds (VVI) auszusteigen ­ und stattdessen Dachfonds zu kaufen. Dabei wurde ein Ausgabeaufschlag fällig, der zwischen drei und vier Prozent lag ­ und dem Institut mehr als 100 Millionen Euro in die Kasse schwemmte.

Neben den Kosten mussten viele Kunden zudem eine schlechtere Performance hinnehmen. So lag die VVI für konservative Anleger im ersten Halbjahr 3,1 Prozent im Minus, der vergleichbare Dit-Fonds Portfolio Ertrag II verlor 4,3 Prozent. Mittlerweile rollt die zweite Verkaufsoffensive. Nun wird den Kunden empfohlen, ihr Geld aus VVI oder Dachfonds in eine Lebensversicherung, die Allianz Dresdner Fonds Police (ADFP), umzuschichten. Hierbei fallen neben den Fondsverwaltungsgebühren noch die Kosten der Versicherung an.

Mittlerweile hat die Bank 1700 ADFP verkauft, wobei rund 70 Prozent der investierten Gelder aus bestehenden Anlagen stammen. Die Unzufriedenheit bei Kunden und Mitarbeitern wächst. Die Bank betont, dass bei allen Beratungen die Kundeninteressen im Vordergrund stünden.