Verschmähte Postbank: Börsengang steht auf der Kippe - DER SPIEGEL
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Verschmähte Postbank Börsengang steht auf der Kippe

Der Börsengang der Postbank bleibt eine Zitterpartie: Zwei Tage vor Ende der Zeichnungsfrist schließt die Post eine Absage des Börsengangs ihrer Bank wegen der geringen Nachfrage nach den Aktien nicht aus.
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Hamburg - "Es ist alles möglich. Auch eine heruntergesetzte Tranche oder eine Absage", sagte ein Post-Sprecher der "Financial Times Deutschland".

Eine Senkung des Aktienpreises komme dagegen nicht in Frage. Die Spanne von 31,50 bis 36,50 Euro bleibe unverändert, sagte der Sprecher. Banker aus dem 19 Institute umfassenden Konsortium hatten sich zuletzt für eine Preissenkung ausgesprochen. In Betracht zieht die Post auch eine Senkung des Emissionsvolumens. Das Unternehmen hatte stets erklärt, "bis zu" 49,9 Prozent der Anteile an der Tochter-Bank an die Börse zu bringen. Es könnte also auch weniger als die geplanten 82 Millionen Aktien ausgeben.

Investoren nahmen die Aussage der Post angesichts der gedämpften Nachfrage mit Verwunderung zur Kenntnis. "Klappern gehört zum Handwerk", sagte ein deutscher Fondsmanager der Zeitung. An eine Absage glaubt allerdings kaum jemand. "Die werden das irgendwie über die Runden bringen", sagte ein Investor.

Das Unternehmen relativierte inzwischen die Berichte. "Von einer Absage ist mir nichts bekannt. Es bleibt bei unseren Planungen", sagte ein Postbank-Sprecher.

Zusätzlichen Ärger handelte sich die Postbank in Brüssel ein: Die Europost, ein Gemeinschaftsunternehmen der niederländischen Royal TPG Post und der Hermes Logistikgruppe, hat bei der EU-Kommission eine Wettbewerbsbeschwerde gegen Post und Postbank eingelegt. Die Nutzung des Post-Filialnetzes durch die Postbank und deren Bezahlung an die Post sei möglicherweise regelwidrig, teilte Europost mit.

Post und Postbank gehen dagegen davon aus, dass die Beschwerde unbegründet und "gegenstandslos" sei und es sich um eine "marktgerechte" Vergütung handele. Die Postbank habe 2003 insgesamt 454 Millionen Euro an die Post gezahlt, sagte Postbank-Sprecher Joachim Strunk. Von einer Subvention für die Postbank könne deshalb keine Rede sein. Auch die Monopolkommission habe ihr Gutachten zu der Regelung ruhen lassen.