Verschnaufpause Karstadt einigt sich mit Konsortialbanken
Essen - Die Konsortialbanken hätten die Liquidität des Konzerns bis zum Jahresende gesichert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. Zum Volumen der Banken-Zusagen machte der Konzern keine Angaben. Auch die NordLB beteilige sich daran. Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, die NordLB wolle sich möglicherweise nicht am Umbau des Konzerns beteiligen
"Wir haben damit einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum Abschluss der Drei-Jahres-Finanzierung im Rahmen der Sanierung unseres Konzerns gemacht", sagte KarstadtQuelle-Finanzvorstand Harald Pinger. Ziel sei es jetzt, schnellstmöglich die Finanzierung mit den Banken für die nächsten drei Jahre unter Dach und Fach zu bringen. "Wir sind in unseren Gesprächen mit den Banken dazu auf einem guten Weg", fügte Pinger hinzu. Der Abschluss mit Ver.di und den Arbeitnehmervertretern in der vergangenen Woche sei dafür die "unabdingbare Voraussetzung" gewesen.
Am vergangenen Donnerstag hatten sich KarstadtQuelle und Ver.di auf ein Sparpaket geeinigt. Es sieht unter anderem vor, dass in den nächsten drei Jahren 760 Millionen Euro Personalkosten in den Bereichen Warenhaus und Versandhandel eingespart werden. Auf betriebsbedingte Entlassungen will der Konzern dabei weitgehend verzichten.
Der nächste wichtige Schritt im Sanierungsprozess ist nun die außerordentliche Hauptversammlung am 22. November. Dort sollen die Anteilseigner eine Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro beschließen. KarstadtQuelle-Großaktionärin Madeleine Schickedanz sowie Allianz und Dresdner Bank haben sich nach Konzernangaben grundsätzlich bereit erklärt, an dieser Kapitalerhöhung teilzunehmen. Bereits unmittelbar vor der Hauptversammlung soll weiteren Angaben nach die Finanzierung des Bankenkonsortiums stehen.
Das Bankenkonsortium wird nach Konzernangaben von der Bayerischen Landesbank und der niederländischen ABN AMRO Bank angeführt. Insgesamt seien voraussichtlich 16 Banken an dem Konsortium beteiligt.