Verschobener Börsengang Bahn fehlt eine Milliarde Euro
Frankfurt am Main - Die Teilprivatisierung ist geplatzt, jetzt muss gespart werden: Die Deutsche Bahn bereitet einem Zeitungsbericht zufolge interne Einsparungen bei Investitionen und Kosten vor. Sollte es erst im Jahr 2010 oder noch später einen Börsengang oder eine Privatplazierung von Unternehmensanteilen geben, fehlten der Bahntochter DB Mobility Logistics allein im kommenden Jahr rund eine Milliarde Euro, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise.
Zusätzlich drohten dem Konzern erhebliche Belastungen durch die einbrechende Konjunktur und hohe Lohnforderungen der Gewerkschaften. Transnet und GDBA hatten am Dienstag zehn Prozent mehr Lohn gefordert.
Spätestens am kommenden Donnerstag will Bahn-Chef Hartmut Mehdorn der Zeitung zufolge in einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück die Lage des Unternehmens erläutern. Mehdorn treibe den Teilverkauf trotz aller öffentlichen Widerstände unablässig voran.
Vergangene Woche hatten sowohl ein Regierungssprecher als auch Finanzminister Steinbrück erklärt, dass mit einem Börsengang frühestens 2010 oder 2011 zu rechnen sei. Zuvor war der ursprünglich für den 27. Oktober des Jahres geplante Teilverkauf an der Finanzkrise gescheitert.
kfi/dpa