Verschuldung: Deutschen fehlt die Zahlungsmoral - DER SPIEGEL
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Verschuldung Deutschen fehlt die Zahlungsmoral

Autos, Reisen, Möbel: Immer häufiger kaufen die Deutschen auf Pump - haben dann aber Schwierigkeiten mit der Rückzahlung. Daran ändert auch die gute Wirtschaftslage nichts.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die gute Konjunktur scheint nicht viel zu helfen, noch immer machen viele Deutsche mehr Schulden, als sie zurückzahlen können. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsauskunftei Bürgel, die heute in Hamburg vorgestellt wurde. Danach sind die gerichtlichen Zwangsmaßnahmen gegen säumige Schuldner im ersten Halbjahr 2007 im Jahresvergleich lediglich um 0,8 Prozent zurückgegangen. Gläubiger mussten fast 792.000 Mal die Justiz einschalten, um an ihr Geld zu kommen.

Neben dem Leasen von Autos scheuen sich die Deutschen auch nicht mehr davor, auch Reisen oder Möbel auf Raten zu kaufen. "Das Zücken der EC-Karte, die Kreditkarte mit Ratenzahlungsoption und die daraus resultierende fehlende Übersicht über die eigenen Vermögensverhältnisse tun ihr Übriges", heißt es in der Bürgel-Mitteilung. Wenn dann auch noch unerwartet der Arbeitsplatz verloren gehe, sei die typische Schuldenspirale perfekt.

So mancher Konsument gerate in einen Abwärtssog und müsse private Insolvenz . Hinzu komme die erhöhte Gefahr der Verschuldung in der Großstadt. Der Konsumreiz, die höheren Preise und das schnelle Leben in der Stadt führten nicht selten zu erheblichen Zahlungsschwierigkeiten.

sam/dpa/dpa-AFX