Versicherungen: Gewinn bei Münchener Rück bricht ein - DER SPIEGEL
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Versicherungen Gewinn bei Münchener Rück bricht ein

Abschreibungen und geringe Kapitalerträge vermiesen die Bilanz: Die Münchener Rück musste im ersten Quartal deutliche Gewinneinbußen hinnehmen - trotz des Anstiegs im Versicherungsgeschäft. Der Versicherer bleibt dennoch optimistisch.
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München - Rückschlag für die Münchener Rück  : Trotz geringer Versicherungsschäden und steigender Beitragseinnahmen brach der Gewinn zum Jahresauftakt um fast die Hälfte auf 420 Millionen Euro ein. Der Umsatz des weltgrößten Rückversicherers stieg im ersten Quartal um fünf Prozent auf 10,4 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. "In Anbetracht der schwierigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind die Ergebnisse sehr befriedigend", sagte jedoch Finanzchef Jörg Schneider.

Belastet wurde der Überschuss im ersten Quartal vor allem von dem gefallenen Ertrag aus Kapitalanlagen. Auch die erst kürzlich in Österreich übernommene Bank Austria Creditanstalt Versicherung drückte das Ergebnis mit hohen Abschreibungen. Eine Gewinnprognose für das laufende Jahr wäre angesichts des Konjunktureinbruchs unseriös, sagte Schneider. Weitere Abschreibungen seien nicht auszuschließen. Dennoch bleibt der Konzern optimistisch und hebt die Umsatzprognose um vier Prozent an: Wegen höherer Einnahmen in der Rückversicherungssparte rechne er jetzt mit Erlösen zwischen 39 und 41 Milliarden Euro.

Das Kapitalanlageergebnis fiel um 18,5 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. Als Grund nannte Schneider Abschreibungen auf Kapitalanlagen und Firmenwerte, Verluste bei Umschichtungen in sicherere Anlageformen und niedrigere Erträge. Die Aktienquote wurde auf nur noch 1,4 Prozent gesenkt. Fast die Hälfte des Kapitals sei inzwischen in Staatsanleihen investiert, sagte Schneider. Probleme bereite vor allem der Erstversicherungsbereich um die Düsseldorfer Ergo. Hier schrieb der Konzern rote Zahlen - der Quartalsverlust betrug 72 Millionen Euro.

Großschäden musste die Münchener Rück dagegen kaum verkraften. Lediglich der Wintersturm "Klaus", der besonders in Frankreich und Spanien Verwüstungen anrichtete, sorgte für eine Last von 80 Millionen Euro. Die verheerenden Buschfeuer in Australien kosteten den Konzern rund 65 Millionen Euro.

Zum 1. April stand ein Portfolio im Volumen von gut 1,2 Milliarden Euro zur Neuverhandlung an, mit Schwerpunkten in Korea und Japan. Die Preiserhöhungen hätten sich auf mehr als sieben Prozent belaufen, dafür wurden aber mehr als elf Prozent der Kontrakte nicht verlängert, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. Preistreiber seien Verträge zur Absicherung von Naturkatastrophenschäden gewesen.

Keine Auswirkungen erwartet die Münchener Rück durch die Schweingrippe. Die Infektionen seien in ihrer Wirkung nicht sehr schwer. Schon bei der Vogelgrippe vor zwei Jahren habe die Münchener Rück mögliche Auswirkungen auf Versicherungen und Kapitalmärkte studiert. Selbst im Fall einer sehr schweren Epidemie läge die Belastung für die weltgrößte Rückversicherung nur in der Größenordnung einer Naturkatastrophe, wie sie immer wieder vorkomme.

wie/reuters/AP

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