Versicherungen Police aus dem PC
Düsseldorf - Rund 150 Gesellschaften, darunter alle großen deutschen Konzerne, preisen hier zu Lande die Vorzüge des Geschäfts von zu Hause aus an. Das Berliner Bundesaufsichtsamt für Versicherungen erklärte aber, dass ein Vertragsabschluss unter ausschließlicher Nutzung des Internet nicht möglich sei. Gewisse Verbraucherinformationen müssten nach wie vor in der Papierform erteilt werden, hieß es.
Doch die Versicherer wissen sich zu helfen. Sie verweisen auf europäisches Recht und lassen sich, wie etwa die Victoria-Gruppe, die Anträge vom Kunden auf dem normalen Postweg bestätigen.
Fast alle Anbieter haben zusätzlich einen Call-Center-Service eingeführt. Wer im Netz einen Button anklickt, wird vom Kundendienst zurückgerufen. Der Call-Center-Betreuer klärt mit dem Surfer die Details. Bei einigen Direktversicherern, wie beispielsweise der Hannoversche Leben, denkt man für die Zukunft sogar an Videokonferenzen zwischen Versicherern und Kunden.
Wie generell beim elektronischen Handel schwanken die Einschätzungen über das mögliche Umsatzpotenzial gewaltig. Die Spanne der Erwartungen liegt zwischen zwei und zehn Prozent, die das virtuelle Geschäft zu den gesamten Beitragseinnahmen beitragen könnte.
Die Hamburger Unternehmensberatung Mummert & Partner erwartet, dass bis 2002 rund 15 Prozent aller Verbraucher das Internet zur Vorbereitung eines neuen Versicherungsvertrages nutzen werden.
Der Trend bei den Internetangeboten geht für Branchenkenner dahin, dass Standard-Leistungen in die Online-Schiene abwandern, während individuelle Assekuranzleistungen weiterhin der Beratung bedürfen. Diese Entwicklung beobachten freie und provisionsabhängige Vertreter mit Sorge. Das schnelle Geschäft mit simplen Dienstleistungen wie einer Autoversicherung wird immer seltener, während zeitintensive Beratungen sich häufen. Unterm Strich fallen dadurch die Provisionseinnahmen.