Versicherungs-Pool der Fluglinien Ab jetzt auf eigene Rechnung
Hamburg - Am 10. September würden die mehr als 50 Mitgliedsunternehmen des Luftfahrtpools die Einstellung des Kerngeschäfts beschließen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD). Das Aus sei dann für den 1. Januar 2004 geplant.
Versicherungsmanager gehen davon aus, dass sich dadurch das Angebot an Versicherungen für die Airlines deutlich verringere. Die Deutsche Lufthansa habe beispielsweise rund 60 Prozent des Flottenrisikos bei dem Pool platziert. Zudem dürften kleinere Versicherer aus dem Markt gedrängt werden. Das Geschäft werde sich auf die großen Industrie- und Rückversicherer konzentrieren.
Der Pool versichert vor allem Kasko-Risiken, bei denen der Wert des Flugzeugs abgedeckt ist, sowie Haftpflichtdeckungen, bei denen der Schadenersatz gegen Dritte versichert wird.
Die Schließung des Pools ist die Reaktion auf die immer strengeren Richtlinien der Wettbewerbsbehörden in Brüssel und Bonn. Danach darf ein Unternehmen künftig in einer Sparte - zum Beispiel in der Luftfahrt - nur Mitglied eines einzigen Pools werden. Dadurch kommen international operierende Gesellschaften wie die Allianz oder die Münchener Rück in Bedrängnis, da sie auch an anderen Pools Anteile halten.
Dem Pool gehören der "FTD" zufolge mit Ausnahme von Gerling alle deutschen Versicherer und Rückversicherer an, die das Luftfahrtgeschäft versichern.
Die Deutsche Lufthansa hat bei Wegfall des Pools zum Jahresende bereits Vorsorge getroffen. "Wir haben uns die Versicherungskapazität, die entfallen würde, bereits gesichert", sagte eine Unternehmenssprecherin.
Für Lufthansa entstehe daher bei einer Auflösung des Luftpools kein Risiko. Welche Versicherer die Risiken dann übernehmen werden, wollte die Sprecherin nicht sagen. Es werde für Lufthansa jedoch nicht zu Mehrkosten kommen.