Versicherungsbranche: Erste Tarifrunde ergebnislos abgebrochen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Versicherungsbranche Erste Tarifrunde ergebnislos abgebrochen

Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Versicherungsbranche haben sich im ersten Anlauf nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen können. Die Gewerkschaften bezeichneten das unterbreitete Angebot als unzureichend.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die Deutsche Angestellten Gewerkschaft (DAG) und die Gewerkschaft für Handel, Banken und Versicherungen (hbv) beharren auf einer Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent für die rund 220.000 Beschäftigten. "Unser Ziel ist, einen gerechten Anteil am guten Ertragswachstum der Versicherungsunternehmen für die Belegschaft zu sichern", sagte der DAG-Verhandlungsführer Gerhard Renner.

Die Arbeitgeber streben in ihrem Vorschlag eine Tarifvertragslaufzeit von 24 Monaten bis zum 31. März 2002 an. Zum Punkt Gehaltserhöhungen schlagen sie laut hbv für den Zeitraum April, Mai und Juni eine Einmalzahlung von 300 Mark vor; zum 1. Juli sollen die Gehälter um 1,6 Prozent erhöht werden und ein Jahr später, zum 1. Juli 2001, um ein weiteres Prozent.

Nach den Worten des hbv-Verhandlungsführers Hinrich Feddersen steht die Sicherung der Arbeitsplätze ebenfalls ganz oben auf der Forderungsliste. Durch verschiedene Formen der Arbeitszeitverkürzung könnte Mehrarbeit begrenzt und abgebaut werden. Auch soll es zu einem Rechtsanspruch für Teilzeitarbeit kommen.

Der "Ruhestand mit 60", der bereits in der vergangenen Tarifrunde festgelegt wurde, soll weiter abgesichert und ausgebaut werden. In der Versicherungsbranche nehmen nach Angaben der Gewerkschaften rund 70 Prozent der Berechtigten diese Regelung in Anspruch.