Verträge Managerstar Zeitz verlängert bei Puma
Herzogenaurach - Am liebsten hätte der Puma-Aufsichtsrat das Ende das Vertrages wohl auf 2028 datiert, das Jahr in dem Zeitz 65 Jahre alt wird. Doch vorerst muss 2009 als Übergangsfrist genügen. Die vorzeitig Vertragsverlängerung diene der langfristigen Unternehmensentwicklung, teilte Puma am Dienstag mit.
Wohl wahr, denn kaum eine Personalentscheidung erwies sich als derartiger Glücksgriff wie die vor zehn Jahren, als Zeitz als damals jüngster Chef eines M-Dax-Unternehmens an die Spitze von Puma berufen wurde. Damals war der Sportartikel-Hersteller nicht mehr als eine Turnschuh-Klitsche und stand kurz vor der Pleite. Innerhalb von nur einem Jahr führte Zeitz das Unternehmen in die Gewinnzone. Der Börsenkurs - 1993 lag er bei sieben Euro - legte seitdem eine Performance hin, wie man es sonst nur von Hightech-Unternehmen am Neuen Markt gewöhnt war, inzwischen steht er bei gut 195 Euro.
Möglich wurde der Höhenflug wohl auch dadurch, weil Zeitz sich ganz auf seine Aufgaben konzentrieren konnte. Denn Kabale und kräftezehrende Ränkespiele gibt es im Puma-Vorstand nicht. Das ist zuallererst Zeitz' Verdienst, der sich nie in den Vordergrund schiebt und seine Rolle als Primus inter pares versteht. Das siebenköpfige Vorstandgremium fällt seine Entscheidungen stets als Teamwork.
Noch immer kommt Zeitz ohne die Insignien der Macht aus, er hat keinen Chauffeur und isst mittags wie alle Mitarbeiter in der Kantine. Die Teilnahme an Empfängen oder Talkshows lehnt er ebenso ab wie gut bezahlte Vorträge, in denen er über sein Erfolgsrezept schwadronieren könnte. Von seinem Privatleben gibt Zeitz indes nur wenig preis. Er ist verheiratet, treibt viel Sport und hat keine Kinder. Er ist begeisterter Flieger und reist gerne und viel, beruflich wie privat.
Mit der jetzigen Vertragsverlängerung belohnt der Aufsichtsrat allerdings nicht Zeitz' Leistungen der vergangenen Jahre. Vielmehr sind es seine Perspektiven für die Zukunft, die die Beteiligten überzeugten. Eisern verfolgt der 41-Jährige das ehrgeizige Ziel, Puma zur begehrtesten Sport-Lifestylemarke zu machen. Der Umsatz soll bis zum Jahr 2006 zwei Milliarden Euro erreichen, nach Möglichkeit auch mehr.
Bei Zeitz wirken solche Ankündigungen nicht wie leere Worte: Erst am Montag hatte Puma nach einem glänzenden ersten Quartal seine Jahresprognose angehoben. Im vergangenen Jahr hatte Puma seinen Umsatz erneut um 25 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro gesteigert und den Gewinn mit 264 Millionen vor Steuern zum dritten Mal in Folge verdoppelt.