Verwendung: US-Firmen bedienten sich
Deutsche Juden hatten umgerechnet 1,5 Milliarden Dollar ins Ausland retten können. Gerade diese Gelder sind, soweit sie in den USA gelandet sind, verlorengegangen. Die Vereinigten Staaten hatten nach dem Krieg alle Konten deutscher Herkunft beschlagnahmt, wobei kein Unterschied zwischen jüdischen und nichtjüdischen Inhabern gemacht wurde, berichtet David Bradley von der dafür zuständigen Foreign Claims Settlement Commission. Darunter sei vermutlich auch Geld von Holocaust-Opfern gewesen. Mit diesem Geld hatten die USA einen Reparationsfonds aufgelegt, aus dem US-Firmen entschädigt wurden, deren deutsche Töchter Kriegsschäden erlitten hatten.
Der Fonds hat Bradley zufolge 335 Millionen Dollar an insgesamt 22.605 Antragssteller ausgezahlt. Zu den Empfängern gehörte etwa auch die Ford Motor Company, die 55,7 Prozent der Aktienanteile an den deutschen Fordwerken hielt. Ford - deren Gründer Henry Ford Hitler finanziell unterstützt hatte und die sogar Zwangsarbeiter aus Buchenwald beschäftigt hatten - bekamen 785.321 Dollar zugesprochen - teils aus Geldern ermordeter Juden.