Verzweifelte Dementis - DER SPIEGEL
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DEUTSCHE BANK Verzweifelte Dementis

• aus DER SPIEGEL 1/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In der Holzmann-Krise ist die Deutsche Bank inzwischen so stark unter Druck geraten, dass sie Tatsachen dementiert, die sich zweifelsfrei nachweisen lassen. Zum Beispiel beim Projekt Galluspark I.1. Holzmann hatte den halb fertigen Frankfurter Bürokomplex 1991 für rund 320 Millionen Mark an die schwedische Firma Alexanderssons veräußert, die Deutsche Bank finanzierte den Kauf. Als die Schweden 1992 in Konkurs gingen, bangte das Institut um seine Kredite und zwang Holzmann zur Rücknahme des Projekts (SPIEGEL 48/1999). Die Deutsche Bank bestreitet die Vorwürfe. Laut dem Bericht der Wirtschaftsprüfer von Schitag Ernst & Young ist aber im Protokoll der Sitzung des Holzmann-Vorstands vom 22. September 1992 festgehalten, dass die Bank dem Konzern die Rücknahme »nahe legt«. Zwei Tage später habe das Institut von dem Holzmann-Manager Heinz-Günter Lang die Übernahme des Projekts »verlangt, was dieser ablehnte«. Lang bezeichnete die Risiken der Rücknahme in einer Aktennotiz als »sehr hoch« und »nicht einschätzbar«. Doch am 12. November einigte sich der damalige Holzmann-Chef Lothar Mayer mit der Deutschen Bank, den Galluspark I.1 zurückzunehmen. »Es ist nicht dokumentiert, aus welchen Beweggründen diese Entscheidung getroffen wurde«, heißt es in dem Papier. Pikant: Der von Holzmann-Aufsichtsratschef und Deutsche-Bank-Vorstand Carl von Boehm-Bezing in Auftrag gegebene Bericht war im April fertig, die übrigen Aufsichtsräte erhielten jedoch erst am 9. Dezember eine Kopie. Außerdem warnte die Deutsche Bank das Bundeskanzleramt am 16. Dezember, die Holzmann-Sanierung sei gefährdet, wenn der Bund seinen Beitrag nicht leiste (SPIEGEL 52/1999). Die Bank behauptete daraufhin, sie habe keinen Brief an das Kanzleramt geschrieben. Eine Kopie des Papiers liegt dem SPIEGEL jedoch vor.

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