Verzweiflungsgeste: Deutsche BA droht Lufthansa mit Klage - DER SPIEGEL
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Verzweiflungsgeste Deutsche BA droht Lufthansa mit Klage

Vor dem drohenden Exitus holt die Deutsche BA zum Schlag gegen die Konkurrenz aus: Die kriselnde Fluglinie droht damit, beim Kartellamt und vor Gericht gegen die Lufthansa vorzugehen - denn der große Konkurrent verdränge Kleinere mit Billigpreisen.
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München - Man erwäge, eine Klage wegen Wettbewerbsverdrängung einzureichen, bestätigte eine Sprecherin der Deutschen BA an Freitag. Sie warf der Lufthansa vor, den Preiskampf bei innerdeutschen Flüge im Dezember nochmals verschärft zu haben. Seither biete Lufthansa noch mehr günstige Tickets an als vorher. Die DBA spreche darüber schon seit längerem mit dem Bundeskartellamt. Auch dieses prüft der DBA-Sprecherin zufolge eine Klage.

Die Lufthansa bestätigte, sie stehe mit den Kartellbehörden im Dialog. Das Tarifkonzept sei aber seit drei Monaten im Markt, es habe keine Beanstandungen gegeben. Nach ihrem neuen Konzept bietet die größte deutsche Fluglinie auf allen innerdeutschen Strecken Tickets für 98 Euro an, je nach Verfügbarkeit. Bei Internet-Buchungen ermäßigt sich der Preis um weitere zehn Euro. "Wer antritt, um Lufthansa Wettbewerb zu machen - der sollte auch wissen, dass sie sich zu behaupten weiß", kommentierte eine Sprecherin die angedrohte DBA-Klage.

Nachdem die Tarifverhandlungen mit der Pilotenvereinigung Cockpit gescheitert sind, bangt die DBA um ihre Existenz. Denn dadurch gerät die geplante Übernahme der DBA durch den britischen Billigflieger easyJet in Gefahr. Die derzeitige DBA-Muttergesellschaft British Airways will den deutschen Ableger, der seit Gründung vor zehn Jahren Verluste macht, nicht mehr betreiben.

Die DBA hatte Anfang des Jahres ihre Umwandlung zum Billigflieger proklamiert. Zeitweise stiegen die Ticket-Verkäufe deutlich an, zugleich brachen aber die Umsätze ein. Der neue Chef der Fluglinie, Martin Wyatt, hat zuletzt 500 Flüge gestrichen.

"Es ist im Moment unwahrscheinlich, dass easyJet die Option für eine Übernahme zieht", sagte Wyatt am Donnerstag. Es sei unklar, wie es in diesem Fall weiter gehe. Derzeit würden alle Optionen geprüft. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die DBA ihr Geschäft aufgeben müsse. Die DBA machte Cockpit, Cockpit easyJet für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich.

Die Manager des Münchner Flughafens lassen sich von der Krise der Fluglinie nicht sonderlich beunruhigen. Die DBA ist zwar für neun Prozent des Passagieraufkommens in München verantwortlich. Flughafenchef Michael Kerkloh wies aber darauf hin, dass die Slots der Fluglinie auch für andere Gesellschaften sehr attraktiv seien: "Die Nachfrage ist da". Es sei allerdings zu hoffen, dass die Beteiligten doch noch zu einer Einigung kommen, sagte ein Flughafensprecher.

Derweil scheint es, dass Wyatts Ankündigung eines möglichen DBA-Endes zur selbst erfüllenden Prophezeiung werden könnte. Schon jetzt berichtet die DBA über rückläufige Buchungszahlen. Obwohl ein Grounding der Linie noch lange nicht beschlossen ist, sind die Kunden offenkundig schwer verunsichert und buchen lieber bei der Konkurrenz.