Veto: Ecclestone will Kirch ausbremsen - DER SPIEGEL
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Veto Ecclestone will Kirch ausbremsen

Der Einstieg der KirchGruppe bei EM.TV und der Formel 1 ist möglicherweise noch nicht perfekt. Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat ein Veto eingelegt.
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München - Formel 1-Chef Bernie Ecclestone will einen Einstieg der KirchGruppe in die Vermarktung der Rennsportserie mit einem Veto verhindern. Es sei eindeutig in den Firmenstatuten festgelegt, dass kein Fernsehsender als Eigentümer ins Formel 1-Geschäft einsteigen dürfe, sagte Ecclestone dem "Handelsblatt". Ein Sprecher der KirchGruppe hingegen ließ verlautbaren, Ecclestone habe in diesem Fall kein Vetorecht. EM.TV will im Rahmen der am Mittwoch vereinbarten Allianz die KirchGruppe indirekt an seinem Formel 1-Paket beteiligen und diese Beteiligung an der Formel 1-Holding SLEC sogar noch von 50 auf 75 Prozent aufstocken.

Nach zweimonatigem Ringen hatten sich Kirch und EM.TV am Mittwochabend auf eine Allianz geeinigt. Die KirchGruppe übernimmt dabei 49 Prozent der Anteile an der Holding-Gesellschaft Speed, über die EM.TV 50 Prozent der Anteile an der SLEC hält. Im Gegenzug erhält EM.TV eine Finanzspritze in Milliardenhöhe. EM.TV hat laut einer früheren Vereinbarung mit Ecclestone das Recht, für knapp eine Milliarde Dollar weitere 25 Prozent an der SLEC zu übernehmen. Diese Option soll laut Vereinbarung vom Mittwoch auch genutzt werden.

Unklar ist nun, ob diese Vereinbarung noch an dem Veto von Ecclestone scheitern könnte. Im "Handelsblatt" heißt es, es sei eindeutig in den Firmenstatuten festgelegt, dass kein Fernsehsender als Eigentümer ins Formel-Eins-Geschäft einsteigen dürfe. Die Kirch-Gruppe widersprach dieser Darstellung. Ecclestone habe kein Vetorecht gegen den Einstieg, weil Kirch keinen kontrollierenden Anteil übernehme.

Wochenlanges Tauziehen


Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich Kirch und EM.TV auf einen Einstieg geeinigt, der nach Angaben aus Kreisen am Donnerstag verbindlich unterschrieben wurde. Demnach übernimmt Kirch 16,74 Prozent an EM.TV und 49 Prozent an dessen 50-prozentigem Paket an der Formel-Eins-Holding SLEC. Zusammen wollen die beiden Unternehmen dann eine Option zum Kauf von weiteren 25 Prozent an der SLEC ausüben, womit Kirch und EM.TV einen kontrollierenden Anteil von 75 Prozent halten würden. Ecclestone, der derzeit noch 50 Prozent an der SLEC besitzt, hatte die Ausübung eines Vetos schon in der Vergangenheit angedroht, weil er durch den Einstieg der Kirch-Gruppe, die Privatsender und das Bezahlfernsehen Premiere betreibt, Nachteile bei der Vergabe der Fernsehrechte für die Formel Eins befürchtet.

Kirch sei als stiller Investor willkommen, dürfe aber keine aktive Rolle einnehmen, zitierte das "Handelsblatt" Bernie Ecclestone, der in der Branche als Drahtzieher in der Formel Eins und geschickter Taktierer bei Verhandlungen gilt. An einem Einstieg bei der Formel-Eins-Holding sind auch die an der Rennsportserie beteiligten Autohersteller interessiert. Nach früheren Angaben wollen sie jedoch nur dann einen Anteil erwerben, wenn dieser mehr als 25 Prozent beträgt.

"Ecclestone kann EM.TV das Leben immer noch schwer machen. Es ist immer noch unklar, wo er steht.", sagte ein Analyst in London. "Finger weg von der Aktie", riet auch Marc Röhder von HSBC Trinkaus & Burkhardt. "Erst wenn konsolidierte Zahlen für das vergangene Jahr vorliegen und das Unternehmen ein paar Aussagen über die zukünftige Strategie getroffen hat, kann man die Aktien seriös bewerten", fügte er hinzu.