Vioxx-Affäre: Merck kassiert neue Schlappe vor Gericht - DER SPIEGEL
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Vioxx-Affäre Merck kassiert neue Schlappe vor Gericht

Der US-Pharmakonzern Merck hat wegen seines Schmerzmittels Vioxx erneut eine Niederlage vor Gericht hinnehmen müssen. Investoren fürchten nun, dass dies der Auftakt für weitere erfolgreiche Klagen auf Schadensersatz sein könnte.
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Washington - Ein Gericht in Atlantic City verurteilte Merck zur Zahlung von 4,5 Millionen Dollar an einen Kläger, berichtet das "Wall Street Journal". Der 77-Jährige hatte nach Einnahme des Medikaments Vioxx einen Herzinfarkt erlitten. Der Konzern wies laut Urteil nicht ausreichend auf die Infarkt-Gefahr hin. Außerdem habe Merck die Risiken auch bei der Zulassung des Medikaments verschleiert.

Bereits im vergangenen August war der Konzern von einem Regionalgericht des Bundesstaates Texas zur Zahlung von 253,4 Millionen Dollar Schadensersatz an die Witwe eines anderen Patienten verurteilt worden. In einem weiteren Verfahren im Staat New Jersey unterlag dagegen der Kläger, der seinen Herzanfall auf Vioxx zurückgeführt hatte.

Merck-Aktien verbilligten sich in Folge des aktuellen Urteils nachbörslich um drei Prozent. Die Entscheidung der Jury löste bei Investoren Sorgen aus, dass auch die anderen fast 10.000 eingereichten Vioxx-Klagen Erfolg haben und damit dem Konzern erheblich finanziell belasten könnten.

Merck hatte Vioxx im September 2004 vom Markt genommen, nachdem eine Studie ein erhöhtes Risiko von Herzproblemen durch das Medikament bei Patienten aufgedeckt hatte, die das Mittel mindestens 18 Monate einnahmen. Viele der Kläger argumentieren, dass das Unternehmen über Jahre hinweg nicht ausreichend auf die möglichen Herzkreislauf-Risiken bei dem Mittel hingewiesen habe. Im Jahr 2003 machte Merck mit dem Medikament einen Umsatz von mehr als 2,5 Milliarden Dollar.

suc/AFP/Reuters