Vioxx-Prozess Merck freigesprochen, Aktie startet durch
Washington - Kläger war ein Postangestellter aus Idaho, der 2001 einen Herzinfarkt erlitten hatte. Er hatte Merck vorgeworfen, mit Schuld daran zu tragen, weil der Konzern nicht hinreichend auf Nebenwirkungen von Vioxx hingewiesen habe.
Die Jury in Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey sah das anders und sprach Merck frei. Nach Einschätzung der Geschworenen litt der heute 60-jährige Kläger unter Stress am Arbeitsplatz, was den Herzinfarkt verursacht haben könnte. Merck habe keine Risiken verheimlicht.
Noch Tausende weitere Klagen
Im August hatte ein Geschworenengericht in Texas in einem ähnlichen Fall noch gegen Merck entschieden. Damals wurde der Witwe eines verstorbenen Marathonläufers ein Schadensersatz von 253,4 Millionen Dollar zugesprochen.
Ende September 2004 hatte Merck das Präparat vom Markt genommen. Vioxx steht im Verdacht, neben Herzinfarkten auch Schlaganfälle auszulösen. Nach Angaben eines Konzernsprechers sind derzeit 6400 Klagen wegen Vioxx anhängig, darunter auch solche deutscher Patienten.
In New York gewann die Aktie von Merck & Co. nach Bekanntwerden des Urteils 5,77 Prozent auf 30,05 Dollar hinzu. Der Dow Jones 30 lag zur selben Zeit nur um 0,63 Prozent im Plus.