Vivendi/CanalPlus/Seagram Dreierfusion steht kurz bevor
Paris/New York - Vivendi und Seagram sind einer Vereinbarung über den Preis und andere Finanzbedingungen nahe, schrieb das "Wall Street Journal". Der Kaufpreis wurde dort auf rund 33,6 Milliarden US-Dollar oder rund 77 Dollar je Seagram-Aktie beziffert. Außerdem werde Vivendi 6,6 Milliarden Dollar an Seagram-Schulden übernehmen. Vivendi hat für den Fall einer Einigung für Dienstag eine Pressekonferenz in Paris angesetzt.
Der Seagram-Aufsichtsrat hatte sich nach Darstellung der "New York Times" bereits am Sonntag sechs Stunden lang in New York getroffen. Seagram-Chef Edgar Bronfman habe dort auf eine Abstimmung gedrängt, doch wollten einige Aufsichtsratsmitglieder nicht so schnell handeln.
Vivendi ist mit 49 Prozent an CanalPlus beteiligt. Durch eine Dreierfusion von Vivendi, CanalPlus und Seagram würde ein Unternehmen mit rund 131Milliarden Mark Jahresumsatz entstehen. Vivendi erhielte bei einer Seagram-Übernahme die weltgrößte Musikfirma Universal Music Group und das Hollywoodstudio Universal Studios sowie Freizeitparks. Der französische Konzern übernähme damit für die eigenen Unterhaltungs-, Fernseh-, und Internet-Aktivitäten ein riesiges Musik-, Film- und Fernsehprogrammangebot.
Vivendi will sich von dem Seagram-Spirituosengeschäft trennen, dessen Wert in der Wall Street auf neun Milliarden Dollar geschätzt wird. Als wahrscheinlichster Käufer komme der britische Getränkekonzern Allied Domecq. Seagram neige einem Tausch des Spirituosengeschäfts gegen eine Allied-Domecq-Beteiligung zu, glaubt das "Wall Street Journal".