Vivendi-Konzern Bronfman will Universal zurück
New York/Paris - Edgar Bronfmann, Vize-Chef des französischen Unternehmens Vivendi, hat bereits eine Gruppe von Investoren um sich versammelt, die für die amerikanischen Unterhaltungssparten bieten wollen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, wird der Kaufpreis mindestens bei 15 Milliarden Dollar liegen. Zu Vivendi Entertainment gehören das Filmstudio Universal Studios und die Musikfirma Universal Music Group sowie die Kabelfernsehkanäle USA und Sci Fi.
Vivendi Universal hat die Kaufabsicht bereits bestätigt. Das Unternehmen führt gegenwärtig "offene Diskussionen", weil es seinen Schuldenberg abbauen will. Es gehe "um einen Teil der amerikanischen Vermögenswerte", hieß es. Mit Bronfman sei vereinbart, dass er nicht mehr an Ausschuss- und Aufsichtsratssitzungen von Vivendi Universal teilnehmen werde.
Unter den Investoren, die zusammen mit Bronfman bieten wollen, ist auch Cabelvison Systems, eine der größten Kabelfernsehfirmen in den USA. Cablevision dürfte nach Angaben des "Wall Street Journals" ihre Unterhaltungskabel-Kanäle beisteuern und könnte 25 Prozent bis 33 Prozent der neuen Firma erhalten.
In einem Interview lehnte Bronfman es ab, die genaue Summe zu nennen, die er für die Unterhaltungssparte bieten will. Zum einen wird die Familie Geld für den Kauf bereitstellen, die Wachovia Securities soll die Schuldenfinanzierung für die Offerte organisieren, Merrill Lynch sei Finanzberater. Während der Kauf vorbereitet wird, will Bronfman außerdem, zusammen mit seinem Vater Edgar Bronfmann senior, auf seine Gehälter bei Vivendi verzichten.
Die Liste der Interessenten ist lang Mit seinem Kaufwunsch steht Bronfman nicht allein. Erst vor mehreren Monaten hat Öl-Millionär Marvin Davis zusammen mit einer Investorengruppe eine Offerte abgegeben. Das Angebot lag bei über 15 Milliarden Dollar sowie 5 Milliarden Dollar in Schuldscheinen. Zu den weiteren Interessenten zählen Liberty Media, General Electric und Viacom. Barry Diller hat mit seiner USA Interactive und einer indirekten Beteiligung an den Vivendi-Medienvermögenswerten ebenfalls Einfluss darauf, wer letztlich der Käufer sein werde.
Auch wenn noch nicht fest steht, ob Bronfman die nötigen Gelder für Vivendi Entertainment zusammen bekommt, einen Vorteil hat er in jedem Fall. Er kennt den Wert der einzelnen Unterhaltungssparten besser als alle anderen. Bronfman hatte als Chef des kanadischen Getränkekonzerns die Unterhaltungssparten gekauft und dann im Dezember 2000 an Vivendi veräußert. Seither waren die Vivendi-Aktien stark gefallen.