Vivendi Razzia bei Jean-Marie Messier
Paris Neben Messiers Pariser Wohnung durchsuchte eine Spezialeinheit für Finanzdelikte am Donnerstag auch die Konzernzentrale von Vivendi und mehrere Firmenniederlassungen.
Die Untersuchungsrichter Bruno Pireyre und Rene Cros ermitteln nach einer Anzeige von Kleinaktionären wegen des Verdachts auf Bilanzmanipulation und Täuschung der Anleger. Im Visier ist dabei vor allem der ehemalige Unternehmenschef Messier.
Die Aktie von Vivendi Universal büßte unter ihm zuletzt rund 70 Prozent ihres Wertes ein. Messier hatte den Konzern mit Milliardenkäufen in Rekordzeit vom Versorgungsunternehmen zum Global Player der Medienbranche umgebaut und einen Schuldenberg von 19 Milliarden Euro angehäuft. Sein Nachfolger Jean-René Fourtou hat mittlerweile den Kurs geändert und den Verkauf von Beteiligungen in Höhe von 16 Milliarden Euro angekündigt. Messier hat seine Missbilligung bereits in einem Buch kundgetan, er sieht sich als Opfer einen Verschwörung.
Die Staatsanwaltschaft leitete Ende Oktober ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt ein. Sie prüft, ob Vivendi Universal falsche Bilanzen für die Geschäftsjahre 2000 und 2001 sowie falsche oder täuschende Informationen über die Aussichten für 2001 und 2002 herausgegeben hat.
Möglicherweise könnte die gesamte ehemalige Vivendi-Führungsmannschaft in einem Strafprozess als Zeugen vorgeladen werden. Ein Sprecher von Vivendi Universal sagte am Donnerstag, man werde mit der Justiz zusammenarbeiten.