Vivendi Universal Zurück zum Wasser?
Paris Fast täglich geistern neue Gerüchte über Verkaufsabsichten des finanziell angeschlagenen Mischkonzerns durch die Medien. Nach Informationen des "Wall Street Journal Europe" (WSJE) soll stückweise das gesamte Verlagsgeschäft veräußert werden. Auch die Abspaltung aller US-Aktivitäten sei im Gespräch, heißt es in der "Financial Times Deutschland". Vivendi Universal war auf Betreiben des damaligen Chefs Jean-Marie Messier aus dem Staatlichen Wasserkonzern General des Eaux durch massive Zukäufe zum weltweit zweigrößten Medienkonzern der Welt geworden.
In einem Brief an Mitarbeiter und Aktionäre war Vivendi-Chef Jean-René Fourtou ebenfalls Spekulationen entgegengetreten, eine Insolvenz stünde unmittelbar bevor. Sieben Banken hätten zugestimmt, die Kreditlinie des weltweit zweitgrößten Medienkonzerns noch in diesem Monat um zwei Milliarden auf drei Milliarden Euro anzuheben. Laut "WSJE" hatte der neue Vivendi-Chef dafür zugesagt, Teile des Konzern rascher zu veräußern.
Die Frage ist jedoch, wie stark das Portfolio des Konzerns zusammengeschrumpft wird. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" wird derzeit in der Vivendi-Spitze darüber nachgedacht, die amerikanischen Film- und Fernsehaktivitäten um die Universal Studios abzuspalten. Dem widersprach Fourtou in seinem Brief nicht ausdrücklich, stellte aber klar, dass weder ein Verkauf der Anteile an Cegetel (44 Prozent) oder Canal Plus ( 49 Prozent) noch eine Veräußerung der Tochterfirmen Universal Music oder Vivendi Universal Entertainment anstehe. Zum Verlagsgeschäft schrieb Fourtou, dass hier nur über Houghton Mifflin nachgedacht werde, nicht jedoch über die anderen Beteiligungen.
Der französische Konzern verhandelt offenbar außerdem mit Vodafone über das Internetportal Vizzavi. Vodafone wolle den 50-prozentigen Anteil von Vivendi Universal an der gemeinsamen Tochterfirma kaufen, schreibt das "WSJE" ebenfalls unter Berufung auf Kreise. Der Kauf, der noch in dieser Woche abgeschlossen werden könnte, würde dem Bericht zufolge 150 Millionen Euro in die Kassen bringen. Die beiden Unternehmen haben bisher mehr als eine Milliarde Euro in Vizzavi investiert.