Vodafone: Absage an den Billigtarif - DER SPIEGEL
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Vodafone Absage an den Billigtarif

Pessimistischer Ausblick für 2007, Aktienkurs auf Talfahrt - Vodafone steht nach seinem Quartalsbericht arg gerupft da. Doch der britische Mobilfunkriese steht zu seinen Geschäftsprinzipien: Einen Billigtarif soll es nicht geben. Vodafone setzt alles auf UMTS.
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Düsseldorf - "Wir bleiben bei unserer Linie und sehen keine Notwendigkeit zu reagieren", sagte der neue Vodafone-Deutschlandchef, Friedrich Joussen, heute bei der Vorlage der Quartalszahlen in Düsseldorf. Vielmehr machten sich die Discounter mit ihren Preisschlachten selbst Konkurrenz. Vodafone D2 wolle dagegen mit Innovationen und Produkten überzeugen.

Im kommenden Weihnachtsgeschäft steht nach den Worten von Joussen UMTS ganz im Vordergrund. Inzwischen entschieden sich acht von zehn neuen Vertragskunden für ein UMTS-Handy. UMTS sei der Hebel, um werthaltiges Umsatzwachstum zu erzeugen.

Zufrieden zeigte sich Joussen mit der Entwicklung der Datendienste und der wachsenden Zahl von UMTS-Verträgen. Ende September waren es insgesamt 815.000 Kunden, bis zum Jahresende soll die Marke von einer Million erreicht werden. Erfolgreich seien vor allem E-Mail, Mobile TV und Mobile Music gewesen. Im gesamten Konzern zählte Vodafone Ende September fünf Millionen UMTS-Kunden.

An der Gesamtzahl der Kunden gemessen bleiben die Düsseldorfer dem Marktführer T-Mobile (28,7 Millionen Kunden) dicht auf den Fersen. Bis Ende September sei die Zahl der Nutzer auf 28,3 Millionen gestiegen, teilte Vodafone in einem Zwischenbericht mit. Dabei fiel der Zuwachs im dritten Quartal mit 540.000 Kunden ähnlich hoch aus wie bei T-Mobile und O2. Nur E-Plus lag mit 330.000 deutlich dahinter.

"Gute Chancen für Wachstum"

Trotz der zunehmenden Marktdurchdringung in Deutschland - inzwischen telefonieren im Schnitt 77 Millionen Menschen mit einem Handy - sieht Joussen weiterhin "gute Chancen für Wachstum". Im europäischen Vergleich liege Deutschland noch im Mittelfeld. Ein Handy-Besitzer telefoniere pro Tag im Durchschnitt lediglich vier Minuten. Das sei im Vergleich zu den USA extrem wenig und noch steigerungsfähig.

Mit Sorgen blickt der Deutschland-Chef dagegen auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Es bleibe zwar noch Zeit, "aber das beeinflusst unser Geschäft schon erheblich", sagte Joussen. Er ließ offen, wie Vodafone auf die Steuererhöhung reagieren wird.

Zum ersten Halbjahr 2005/06 (31. März) kletterte nach weiteren Angaben von Joussen der Umsatz der deutschen Tochter um drei Prozent auf 4,1 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um ein Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Der gesamte Konzern steigerte mit weltweit 171 Millionen Kunden im ersten Halbjahr seinen Umsatz um sechs Prozent auf 17,7 Milliarden britische Pfund. Das Ebitda legte um mehr als drei Prozent auf 6,7 Milliarden Pfund zu.

Vodafone D2 am ertragreichsten

Im gesamten Verbund des weltweit größten Mobilfunkkonzerns ist die deutsche Vodafone D2, trotz einer leicht rückläufigen Gewinnmarge (46,4 Prozent), absolut gesehen weiterhin die ertragreichste und umsatzstärkste Tochterfirma. Bei der Marge schnitt Vodafone Italy allerdings deutlich (53,9) besser ab.

Ein Markt, der den Briten echte Sorgen bereitet, ist der japanische. Im kommenden Geschäftsjahr soll die Gewinnmarge dort signifikant sinken. Ohne Japan wären die Zahlen außergewöhnlich gewesen, sagte Telekom-Analyst Robert Grindle von Dresdner Kleinwort Wasserstein.

Der Ausblick überschattete die Tatsache, dass Vodafone im Halbjahr mit Umsatz und Gewinn die Analystenerwartungen übertraf. Die Investoren reagierten mit einer geradezu brüsken Abfuhr: Die Aktie rutschte zeitweise fast elf Prozent ins Minus.

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