Vodafone: Ärger mit den Aktionären - DER SPIEGEL
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Vodafone Ärger mit den Aktionären

Zahlreiche Altaktionäre von Mannesmann werfen Vodafone-Chef Chris Gent "zweifelhafte" Praktiken bei der Zerschlagung des deutschen Konzerns vor. Sie erwägen sogar, auf Schadenersatz zu klagen.
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odafone-Chef Chris Gent könnte auf der nächsten Hauptversammlung der Mannesmann AG im August gewaltiger Ärger ins Haus stehen ­ nicht nur wegen der umstrittenen Abfindungen für den ehemaligen Mannesmann-Chef Klaus Esser und dessen Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Funk.

Zahlreiche Altaktionäre von Mannesmann, die ihre Aktien nicht gegen Vodafone-Papiere getauscht haben, befürchten, dass der Restkonzern unzulässig ausgehöhlt wird. Wegen "massiver Verletzung" ihrer Interessen wollen sie eventuell sogar Schadensersatzansprüche geltend machen. Der Verkauf zahlreicher Firmenteile, etwa der Mobilfunkfirma Orange oder der Maschinenbautochter Atecs, argumentiert der Hamburger Anwalt Andreas Dimke, sei "höchst zweifelhaft", da es keinen "Beherrschungsvertrag" zwischen Vodafone und Mannesmann gebe und ein Ausgleich der Nachteile für die Altaktionäre nicht sichergestellt sei.

Andere Bilanzexperten wie die Stuttgarter Anwälte Mark Binz und Martin Sorg zweifeln auch die ordnungsgemäße Verwendung der Gelder an. Mehr als zehn Milliarden Mark hat Mannesmann aus den Verkäufen bereits erhalten. Teile des Geldes werden Vodafone gegen Zahlung eines mageren marktüblichen Zinses für die Schuldentilgung der teuren UMTS-Lizenzen zur Verfügung gestellt. Das, so Sorg, sei mit den Interessen der Altaktionäre kaum vereinbar.

Ob sich genügend Aktionäre finden, um die Schadensersatzansprüche durchzusetzen, ist unklar. Obwohl Mannesmann betont, dass alle Geschäfte legal seien, profitiert die Aktie von der unsicheren Rechtslage. Weil Spekulanten damit rechnen, dass Vodafone den Altaktionären ein höheres Übernahmeangebot macht, um möglichen Klagen vorzubeugen, legte das Papier in den vergangenen Wochen von 77 auf 118 Euro zu.

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