Vodafone Arcor schnell an die Börse
London - Vodafone will nach Gents Worten die deutsche Telefongesellschaft Arcor noch vor dem Ende des laufenden Geschäftsjahres im März an die Börse bringen. Zuletzt hatte Mannesmann Arcor erklärt, der Börsengang werde wahrscheinlich im Jahr 2001 stattfinden. Vodafone hatte die Mannesmann AG und damit auch deren Festnetz-Telefontochter Arcor Anfang des Jahres mehrheitlich übernommen.
Bei der deutschen Mobilfunktochter D2 hätten die Kosten der Kundenakquisition die Gewinnmargen im ersten Halbjahr auf 30 Prozent von 45 Prozent im Vorjahreszeitraum gedrückt, teilte Vodafone weiter mit. Dennoch verzeichne D2 einen Rekordzuwachs von 5,4 Millionen Kunden. In Großbritannien sei die Marge von 33 Prozent auf 30 Prozent gefallen. In der zweiten Jahreshälfte sollten dort jedoch wieder 33 Prozent erreicht werden. In Deutschland rechne er mit einem Anstieg auf 35 Prozent, sagte Gent.
Für das erste Halbjahr weist Vodafone einen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Goodwill (Ebitda) um 24 Prozent auf 3,28 Milliarden Pfund (rund 9,4 Milliarden Mark) aus. Damit lag der Wert am oberen Ende des von Analysten prognostizierten Ergebnisses in Höhe von 3 bis 3,3 Milliarden Pfund.
Der Vorsteuergewinn habe sich in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 1,82 Milliarden Pfund mehr als verdoppelt, gab das Unternehmen weiter bekannt. Der Umsatz sei um 32 Prozent auf 10,17 Milliarden Pfund gestiegen. Die Zahl der Kunden weltweit habe um 55 Prozent auf 65,5 Millionen zugelegt.
Auf Grund der Kosten für UMTS-Mobilfunklizenzen und die Übernahme von Mannesmann-Schulden hätten sich allerdings auch die Nettoschulden des Unternehmens im Halbjahr um 6,5 Milliarden Pfund auf 13,2 Milliarden Pfund erhöht. Konzernchef Gent will den Schuldenstand in den kommenden sechs Monaten auf maximal zehn Milliarden Pfund reduzieren. Analysten bewerteten das Halbjahresergebnis als "exzellent". Die Ergebnisse sollten alle Befürchtungen zerstreuen, sagte Fanos Hira, Analyst bei Bear Stearns. Die Wachstumsraten seien gut, sagte auch Fondsmanagerin Karen Robertson von Standrad Life Investments. Die Vodafone-Aktien, die allein seit Anfang November 17 Prozent verloren hatten, stiegen nach der Bekanntgabe der Zahlen an der Londoner Börse bis Mittag um gut neun Prozent auf 260 Pence. Damit liegt der Kurs aber immer noch weit unter seinem Höchststand von 400 Pence im März.