Vodafone gegen Telekom Millionenstreit um Switch-Tarif
Düsseldorf - Der neue "switch and profit"-Tarif ist nicht gerade leicht zu verstehen - doch er lohnt sich. Bei dem Angebot bekommen Kunden der Festnetzsparte T-Com rund drei Cent gutgeschrieben, wenn sie aus dem Festnetz auf ihrem Handy angerufen werden, diesen Anruf aber per Rufumleitung auf ihrem eigenen Festnetz-Telefon annehmen. Das auf den ersten Blick völlig unverständliche Geschenk bringt auch der T-Com satte Gewinne ein und ärgert Mobilfunkanbieter maßlos.
Der Anruf verbleibe auf diese Weise im T-COm-Netz, erklärt ein Sprecher des Mobilfunkanbieters Vodafone. Der Anrufer aus dem Festnetz zahle jedoch trotzdem den teuren Handytarif, der zwischen 18 und 26 Cent pro Minute liegt. Die Telekom kassiere fast die gesamte Summe, die Mobilfunkbetreiber gehen vollkommen leer aus. Sollte es dem Telefonriesen gelingen, nur ein Zehntel der Handy-Anrufe aus ihrem Netz durch den Tarif wieder zurückzuleiten, könnte das nach Berechnungen des Wirtschaftsmagazins "Capital" schon 500 Millionen Euro an Einnahmen bringen.
Nachdem bereits zwei Anträge auf einstweilige Verfügungen gescheitert sind, will Vodafone den Tarif nun gerichtlich stoppen. Dem britischen Mobilfunkanbieter zufolge verstößt er gegen das Wettbewerbsrecht, deshalb hat Vodafone beim Düsseldorfer Landgericht Klage eingereicht. Ein T-Com-Sprecher sagte, die Klageschrift liege dem Konzern noch nicht vor.