Vodafone Hauptsache, das Wachstum stimmt
Düsseldorf - Zwischen Juli und September konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben 519.000 neue Kunden gewinnen. Der deutsche Marktführer T-Mobile hatte die Teilnehmerzahl im gleichen Zeitraum um netto 370.000 erweitert. Bei E-Plus, der Nummer drei, waren es 248.000 neue Nutzer, bei O2 betrug der Zuwachs 214.000 Kunden. Insgesamt telefonierten damit Ende September 23,8 Millionen Kunden mit einer Karte von Vodafone D2, bei T-Mobile waren es 25,6 Millionen.
Weltweit konnte der britische Mutterkonzern Vodafone seine Kundenbasis ebenfalls deutlich ausbauen. Die Zahl der Kunden sei von April bis September 2003 um 5,7 Millionen auf weltweit jetzt über 125 Millionen gestiegen, so eine Mitteilung des Unternehmens. Der Umsatz hat demnach um 13 Prozent auf 16,9 Milliarden Pfund (24,6 Milliarden Euro) zugenommen. Vorstandschef Arun Sarin, der das Amt im Juli von Christopher Gent übernommen hatte, bezeichnete die Leistungen der vergangenen sechs Monate als "außergewöhnlich".
Ähnlich positiv bewerteten die Analysten die vorgelegten Zahlen. Besonders der Gewinn vor Steuern, Sonderposten und Abschreibungen (Ebitda), der um 26 Prozent auf 5,4 Milliarden Pfund (7,8 Milliarden Euro) zulegte, wurde als gutes Zeichen gesehen. "Sie sind besser gewachsen, als alle im Markt erwartet hatten", sagte beispielsweise Analyst James Britton von Lehman Brothers. Insgesamt musste Vodafone für die Monate April bis September dennoch einen Nettoverlust von 4,3 Milliarden Pfund ausweisen, was vor allem auf die erwarteten Goodwillabschreibungen in Höhe von 7,7 Millarden Pfung zurückzuführen war. Für das Gesamtjahr kündigte Vodafone jedoch eine noch stärkere Verbesserung der operativen Gewinne an. Außerdem plant der Konzern ein groß angelegtes Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 2,5 Milliarden Pfund.
Vodafone-Aktien reagierten mit deutlichen Kursaufschlägen. Am Vormittag wurden sie 4,4 Prozent fester bei 131 Pence gehandelt und beflügelten den gesamten Telekommunikationssektor an der Londoner Börse.